„Kommen Sie, Mr. Poulsen!“

Er schritt hastig die nächste Straße hinab. Zu seiner Rechten, in der Richtung gegen Nymphenburg, lagen die industriellen Vorstädte Münchens. Arbeiterviertel. Fabriken. Mietskasernen. Er horchte in die Nacht hinaus. Sein Gesicht verklärte sich.

„Hören Sie diese fernen, wilden Schreie?“

„Ja. Seltsam.“

„Sie kommen näher. Schreie der Verzweiflung! Nein, der Wut!... Der Schlachtruf des Volks... Endlich! Ah... Da naht der Aufruhr...“

„Juhu!!“

Es klang wie der Schrei des Steinadlers über Karwendel und Werdenfelser Land, wie der Ruf des Wanderfalken über Wildem Kaiser und Steinernem Meer. Weißer Adlerflaum wehte trotzig von den Berghüten. Braungebrannte Gesichter voll lachenden Schneids darunter, Holzhacker, Jäger, Senner, Bauernburschen, in grüner Jacke und kurzen Gamslederhosen an gestickten Trägern, mit nackten Knieen und Wadenstutzen und Nagelschuhen.

Die ersten Kriegsfreiwilligen aus dem Bayerischen Hochland. Die Vorboten von vielen Tausenden. Schjelting hörte, wie ein Bürger es dem andern ins Ohr schrie, und dann der, mit einem strahlenden Blick auf die wilden, stutzengeübten Burschen:

„Wo die Bub’n hinschiassen, da möcht’ i nöt an Franzosen machen!“

Sie sprangen und schuhplattelten im Marsch, klatschten mit der flachen Hand auf die Schenkel.