„Infanterie?“

„Regiment Elisabeth!“

„Ich bin Ulan!“ sagte der junge Graf. „Aber erst Unteroffizier der Reserve. Mein Bruder da, mit dem ich eben vom Tiroler Ferienbummel komm’, hat’s besser. Der ist schon Rittmeister!“

„Aktiv?“

„Nein. Im Hauptamt: Privatdozent der Assyriologie,“ sagte der ernste, bärtige Herr lächelnd. „Aber ich freue mich recht! Meine Familie hat durch vier Generationen das Eiserne Kreuz. Nun holen wir’s uns in der fünften!“

„Was der Amerikaner da ’rüberglupscht! Dabei versteht er doch nicht ’ne Bohne!“

Nicolai von Schjelting schloß die Augen. Er frug sich: Wie denn? Dieser deutsche Adel erkennt doch nichts neben sich an. Und doch trinkt da der Graf mit dem Ingenieur aus einer Flasche! Die deutsche Wissenschaft ist doch international. Und doch träumt dieser Assyriologe vom Eisernen Kreuz! Die teutonische Verschwörung geht weiter, als man in der europäischen Intelligenz dachte...

„Wohin denn, Herr Landgerichtsrat... Verzeihung, Herr Hauptmann?“

Ein großer, breitschultriger Herr war aufgestanden.

„Ich will mir ’mal den Mann da draußen hereinholen, der sieht ja elend aus! So kommen Sie doch schon!“