„Der Amerikaner ist gottvoll! Der macht ’n Gesicht, wie ’ne Katze, wenn’s donnert!“ sagte der kleine Graf halblaut. Nicolai Schjelting stellte sich schlafend. Er dachte sich: Immer hat man gehört, die Deutschen werden in den Kasernen geknechtet. Und da kommen sie, nach langen Jahren, von weit her zu ihren früheren Offizieren... Wieder Stimmen um ihn:
„Sie sind gewiß ein Frankfurter, Herr Doktor, nach Ihrer Sprache?“
„Nicht weit davon! Ein Offenbächer! Aber hören Sie ’mal den da draußen: wenn das kein Pälzer ist...“
„M’r wird doch noch kreische derfe... Wie?... Ha, freilich bin ich schon im Landsturm!“
„Der ist ja noch gar nicht einberufen!“
Aber der Metzgermeister und Kriegervereins-Vorstand aus der Pfalz verstärkte seine Lungenkraft.
„Jo — do könnt’ ich lange warte! Ich will nix, als norr zu mein’m alten Regiment nach Nürreberg. Bei sellerer Artillerie hab’ ich als junger Borsch g’stanne. Do gehör’ ich nei!“
Und wieder frug sich Nicolai Schjelting: Das Volk ... ja aber da ist doch das Volk ... es drängt sich herein — — setzt sich zwischen seine Bedrücker, ist mit ihnen ein Herz und eine Seele... Wenn ich wirklich Amerikaner wäre, wofür sie mich halten — ich müßte mich wie zu Hause fühlen, so gleich ist Einer dem Andern. Wo bleibt der Aufschrei der Massen!... Ah — da endlich ein Weinen!
Der junge, kaum achtzehnjährige Mensch vor ihm kämpfte wirklich mit bitteren Tränen. Er war sauber gekleidet, guter Leute Kind, und hatte eine Pappschachtel mit seinen Habseligkeiten unter dem Arm. An dem schüttelte ihn Einer: