„Der? Det is nur ein janz entfernter Fremder von außerhalb! Der kann nur Amerikanisch! Da kannste schreien wie Du willst — der versteht Dir nich!“

Die beiden Berliner trugen rote Federchen am Schlapphut, der Leipziger eine blutrote Kravatte. Sie erkannten sich als Genossen. Der im Bart frug:

„Sind Sie ooch orjanisiert?“

„Nu freilich! Was dänken Sie denn?“

Und es ging Nicolai Schjelting durch den Kopf: Wie ist denn das mit Euch? Ihr seid doch die Unzufriedenen. Der eigene Hemmschuh der Teutobarbarei. Der Kummer Potsdams. Auf Euch steht unsere Hoffnung. Und nun?... Der Maurer neben ihm brannte sich eine Zigarre an.

„Ich war lange jenug im Osten uff Arbet, nah bei die Russen. Ich kenne die Brieder. Senge muß der Blutzar besehen, daß er denkt, Ostern und Pfingsten fällt uff eenen Tach!“

„Nieder mit dem russischen Despotismus!“ sprach der Andere. Er lachte nicht mehr. Jetzt war ein heißer und starker Haß in seiner tiefen Stimme. Nicolai Schjelting fuhr sich unwillkürlich mit der Rechten über die Augen, als lüftete sich da eine Binde. Also so war das?... Er frug sich: Ja, aber wo bleiben denn da die Methoden unseres experimentellen Denkens? Deutschland war doch für uns ein Präparat unter dem Mikroskop. Die pathologischen Resultate waren festgestellt, an der Seine und Themse, wie an der Newa. Und nun auf einmal... Ah, wir täuschen uns nicht. Diese Deutschen täuschen sich. Sie sind in einem Fieber!

„Morjen, Morjen, Herr Karfunkelstein! Immer flott auf der Tour bei die Zeiten?“

„Wie heißt auf der Tour, Herr Krause?“

„Na — reisen Sie in Bettfedern oder nicht?“