„Heute Nachmittag zu vollstrecken! Das schuldige Regiment wird an den Leichen vorbeidefilieren.“

„Die nach uns kommen, werden nicht so streng sein!“ sagte ein Rittmeister von den vornehmen Grodnoer Husaren, der den Arm in der Schlinge trug, halblaut zu seinem Nachbar. Sie kannten ihre slawischen Brüder, diese dumpfen, ungezählten Massen, die jetzt erst fern im Inneren des Zarenreichs von Omsk und von Turkestan und vom Amur, wie ein lehmfarbig trüber, angeschwollener Strom von auf Erden noch nicht erlebter Größe sich gen Westen wälzten.

„Da kommt ja Schjelting!“

Man schaute durch die Fenster. Nicolai von Schjelting überschritt eben die Straße. Zu Fuß. Seltsam. Das tat ein russischer Edelmann nur, wenn er nicht richtig im Kopf war. Den hielt er vornübergesenkt, blickte in Gedanken vor sich auf das holperige Pflaster.

„Du sprachst wahr, Andrej Konstantinowitsch... Er sieht wunderlich aus!“

„Wie ein Träumer!“

„Er sollte doch froh sein! Seine Ziele sind es doch, die sich jetzt erfüllen! Zehn Jahre sah man ihn tätig. Er war unser Windhund auf dem Balkan...“

„... und verdarb sich den Magen bei den Engländern...“

„... war mit diesen Eintagsfliegen von Pariser Ministern ami et cochon...“