Er schnaubte sich kummervoll mit der Hand, murmelte: „Gott hat mich gestraft!“ und fuhr in dem rasselnden Wagen nach dem Artillerie-Kasino. Dort speiste jetzt der Stab der Rennenkampf’schen Armee. Der Tisch-Älteste war ein General mit Bartkoteletten und einem fröhlichen, rohen und gesunden Gesicht. Er ließ sich eben von der Kasino-Wirtin, die vor ihm stand, die Speisen vorkosten. Der Generaladjutant seiner kaiserlichen Majestät von Rennenkampf hatte stets Angst, vergiftet zu werden.
Der kleine Front-General nahm Platz, langte unwillkürlich nach dem Schnapsglas, als Begleitung des Vorschmacks, und seufzte. Es gab kein Wässerchen. Der Alkohol war verboten. Wenigstens hier. Anderswo verschaffte man sich wohl Likör und trank ihn gewandter Weise „auf deutsche Art“ aus Kaffeetassen, um kein Aufsehen zu erregen.
„Nun — es ist ja Einer von unsern Bismarcks eingetroffen!“ sagte der General mit heiserer Stimme. „Schjelting. Er wurde eben gewürdigt, sich bei ‚ihm‘ vorstellen zu dürfen!“
„Schjelting!“
Viele dieser weltläufigen, den Petersburger und Moskauer Fürstengeschlechtern und dem baltischen Adel entstammenden Offiziere kannten ihn.
„Ah... Schjelting ... von woher kommt er?“
„Wie ist es mit ihm? Was sagt er?“
„Er ist wie ein Träumer ... sieht an Euch vorbei ... hört kaum, was man spricht...“
Ein bebrillter Adjutant war dienstlich oben an den Tisch getreten, Papiere in der Hand. Der Oberbefehlshaber überlas die Todesurteile gegen den Unteroffizier Babikoff und die Gemeinen Tupik und Mokrij wegen Plünderns und unterzeichnete.