„Trifft man Sie endlich!... Man sagt mir, Sie sind da ... kommen aus Deutschland ... ich gestern aus Dwinsk. Man fährt ja nun schon mit der Bahn bis hierher nach Insterburg... Lange sahen wir uns nicht, Nicolai Wassiljewitsch!“

„Zuletzt in diesem April in Moskau.“

„In Kiew.“

„Im Petrowski-Dwor in Moskau!“ sagte Schjelting hartnäckig. „Dieser alte Teufel, dieser Deutsche, saß noch hinter uns.... Mit seiner Tochter...“

Es ging ihm durch den Kopf: Wie lang ist das her und doch nicht ein halbes Jahr ... da fing es an ... warf mich aus der Bahn ... man wird willenlos ... wird mitgerissen ... ich habe keine Frau mehr ... habe noch nicht sie, die Andere... Mein Reichtum ist mit den Belgiern hin ... mein Boden ist die große Zukunft... Aber was soll dies Zittern unter den Füßen?... dieser plötzliche Schwindel? ... so als ob Alles um Einen schwankte?...

Der Hofmeister rieb sich befriedigt die großen weißen Hände.

„Alles steht gut, durch Gottes Gnade!... Sie sollten unser Petrograd sehen!... Diese Macht des slawischen Gedankens, für den Sie und ich und wir Allrussen seit Jahren stritten... Wehe, wer auf dem Newski noch ein Wort Deutsch spricht! Man reißt die deutschen Firmentafeln ab... Man schließt die deutschen Läden ... man verhaftet alle Deutschen ... schickt sie nach Sibirien, Männer, Frauen, Kinder... Zehntausende sind schon unterwegs...“

„Auch die deutsche Botschaft wurde gestürmt?“

„Sie wurde von Grund aus zerstört und der örtliche Beamte erschlagen... Beklagenswert... Aber wer zügelt die russische Kraft?... Nun erst erkennen wir sie ... sehen, wieviel Freunde wir haben... Man küßt in Petrograd die Franzosen, man schüttelt den Engländern die Hand, man grüßt die Amerikanski, man ist in einem Rausch... Ohne ein Tröpfchen Wodka ... wie durch ein Wunder der Heiligen Dreifaltigkeit...“