„Nun genug der Fragerei!“ schrie der Major. Er war plötzlich zornig geworden. „Euch Monumente vom Newski-Prospekt braucht man hier nicht! Dort ist Gott und die Türe.“
Er stapfte schwerfällig in den Raum gegenüber, setzte sich vor die halbleere Kognakflasche und brütete vor sich hin. Während die Beiden vor das Haus traten, schrie er ihnen noch nach:
„Nicht ausleben soll man sich! Ihr seid mir schöne Vögel! So ist’s hier überall! Wenn’s Euch nicht gefällt, geht zu den Deutschen!“
„Ja — so ist’s hier überall!“ sagte Schjelting. Er hatte mit dem Hofmeister in einer Laube im Garten Platz genommen. Bis hierher waren noch nicht einmal die Kosacken gedrungen. Angefangene Handarbeiten lagen da, Bücher, ein Band Tauchnitz-Edition, ein französischer Roman, eine Übersetzung von Tolstois ‚Auferstehung‘, die indischen Gedichte des Rabindranath... Er setzte sich. Er wollte nicht sprechen. Er zog finster die Nummer der ‚Times‘ heraus, die ihm vorher der Stabsrittmeister Kudriascheff gegeben, begann zu lesen. Die engen Buchstaben tanzten vor seinen Augen. Er warf das Blatt zornig zur Seite.
„Eine nette Sprache gegen Verbündete!“
„Wie das?“
„Nun — da ist von den modernen Hunnen die Rede — von den Barbaren...“
Der Staatsrat nahm das Blatt und lachte:
„Das sollen doch nicht wir sein, sondern die Deutschen!“
„Ach so ... ich war zerstreut...“