„Man sieht ja weit und breit keinen Deutschen!“ sagte Morskoi und zündete sich mit zitternden Fingern eine Papyros an.
...Er lag vor Schrecken auf der Erde. Er wußte nicht wie. Die Andern kugelten sich über ihn, um ihn. Um sie wirbelte die Luft von einem jäh herangeflogenen, nervenzerreißenden Heulen, der Boden tat sich, vierzig, fünfzig Schritte von ihnen entfernt, donnernd auf, spie einen schwarzen Pinienbaum von Rauch, Erde, Steinen und sausenden Splittern über sich in die Höhe. Über Schjeltings Kopf war das helle Klirren der getroffenen Dachziegel. Sie fielen langsam, stückweise herunter. Die jäh bloßgelegten weißen Sparren lugten neugierig in das Freie und fingen dann rasch an zu kohlen. Das war das Erste, was er sah, als er, betäubt aufstehend, sich mechanisch den Staub von den Kleidern klopfte. Ein Gardeoffizier ritt in Karriere vorbei. Ein Petersburger Beau. Sein keuchendes Tier wies die deutschen Farben. Auf sammetschwarzem Fell weiße Schaumflecken und in den Flanken das rote Blut der Sporenstiche. Morskoi rief ihn an: „Was geschieht?“ — Der Andere wies mit der Hand atemlos hinter sich...
„...Chindenburg...“
Es verhallte im Hufschlag und dem letzten Nachgrollen der Granate. Da stand das Auto. Der Chauffeur, ein Pole, geängstigt daneben. Sie sprangen hinein. Sausten blind hinter dem Petersburger Adjutanten her. Immer näher schob sich der Donner. Rauch- und Brandwolken in der Ferne.
„Wir fahren ja nach Süden!“ schrie Morskoi, sich im Wagen aufrichtend. „Das ist ja Torheit. Dort eben ist ja Chindenburg ... hört doch nur!“
Zurück. Hinauf nordwärts in der Richtung nach Gerdauen, woher sie tags zuvor gekommen. Schjelting biß die Lippen zusammen.
„Wir fahren ja abermals in den Kanonendonner hinein!“
Eine Gruppe Offiziere, abgesessen hinter einem Haus und um ein Fernrohrgestell herum. Ein abwehrendes Winken.
„Hier kann man nicht weiter. Die Straße liegt unter Feuer!“
„Wohin?“