Eine Sturmfahrt durch Staubwirbel. Wildes Gedränge vor dem Bahnhof in Insterburg. Trotz des strengen Verbotes standen schon die Einwohner auf den Dächern, riefen, winkten zum Himmel hinauf. Dort zog ein Eindecker als Vorbote des deutschen Heeres seine Bahn. Das Eiserne Kreuz schimmerte von seinen Tragflächen. Aus dem ‚Dessauer Hof‘, der mit seinem hohen graugetünchten Aufbau und Turm die Stationsgebäude gegenüber überragte, rannte ein Herr in Zivil mit ausrasiertem Backenbart und hochmütig-brutalem Gesicht und kletterte in ein Auto. Ein Kellner hinterher.

„Exzellenz ... die Wochenrechnung...“

„Ich komme in vierzehn Tagen wieder!“

Rennenkampf fuhr davon. Nur seine hohen Stiefel aus feinstem Juchten standen noch oben vor seiner Tür. Die beiden Russen sahen dumpf den Generaladjutanten des Zaren und Führer der Njemen-Armee im Bürgergewand fliehen. Um sie herum waren Rufe. Deutsche jubelnde Stimmen. Sie pflanzten sich fort. Man wußte nicht, woher sie kamen. Es flog durch die Luft, von Haus zu Haus...

„Ulanen...“

„Preußische Ulanen...“

„Man sieht schon einzelne Garde-Ulanen vor der Stadt...“

Morskoi faßte einen russischen Heeresintendanten an der Schulter und frug heiser:

„Wohin floh Seine Hohe Exzellenz!“

„In der Richtung nach Tilsit! Dort ist der Weg noch frei...“