XIV.

Der schlampige französische Polizeikommissar stand auf und schloß trotz der Oktoberglut des Mittelmeers die Fensterscheiben. Nun brauchte man wenigstens nicht mehr den tausendfältigen Lärm des Hafens von Marseille, sein Sirenengeheul und Peitschengeknall, sein Wagengerassel und Kranengeklirr zu überschreien, um das Verhör fortzusetzen.

„Schreiben Sie, Panard! ‚Es erscheint der Zivilgefangene aus dem bisherigen Konzentrationslager bei Château Borély, Hugo Martius, Groß-Industrieller aus Deutschland‘...“

„... und Mitglied des Reichstags...“

„Ah — — das wird Ihnen wenig helfen, mein Herr Deputierter, im Gegenteil ... schreiben Sie, Panard:... ‚zu nochmaliger Vernehmung auf Antrag des amerikanischen General-Konsulats!‘... Wie kommt der dazu?“

„Meine Frau hat, soviel ich vom Vertreter des Konsulats bei seinem Besuch hörte, alle Hebel in Bewegung gesetzt. Sie hält sich seit Kriegsbeginn an der französisch-italienischen Grenze auf...“

„Es wird Madame nichts nützen! Hein? Sie haben nie gedient? Sie sind vierzig Jahre alt. Ein großer, kräftiger Mann... Deutschland würde auch Ihnen die Muskete in die Hand drücken — — Jedem, um seinen unvermeidlichen Untergang um einige Tage zu verschieben! Wir stehen bereits am Rhein, mein Herr, unter dem Beifallsklatschen der gesitteten Welt. Diese tapferen Kosacken haben Breslau erstürmt — Breslau, eine der glänzendsten Residenzen Ihres verbündeten Österreichs! — — Helgoland verneigte sich vor dem Donner der britischen Geschütze... Ihre Flotte ist da unten, bei den Fischen...“

„Es ist nicht wahr...“