„... ohne dies unchristliche Schwarz-weiß-rot auf allen Meeren!“ sagte empört ein alter Herr. Der Professor Higgins neben ihm rückte an seiner Brille.
„Sie meinen, es sei ein rauhes Werk, Mr. de Schjelting? Oh — wahrlich nicht! Nichts wäre kurzsichtiger, als das Säbelrasseln der preußischen Militärkaste zu überschätzen. Der Deutsche selbst ist weich und sanft...“
„Ihr werdet ihn kennen lernen!“ sagte seine Frau wieder halblaut vor sich hin, und es war Schjelting neben ihr plötzlich unheimlich zu Mut. In diesen halblauten, eisern ruhigen Worten aus Frauenmund klang seinem Ohr Etwas nach wie der letzte, äußerste Widerhall jener furchtbaren millionenfachen Stimme jenseits der Nordsee, die hier Keiner vernommen.
„Der Deutsche liebt seine Ruhe, sein Bier, seine Musik. Wir werden sie ihm wiedergeben. Er wird gern Potsdam missen, wenn man ihm Bayreuth läßt. Wilhelmshaven für Weimar. Essen für Göttingen. Er wird, wie vor dem Fehler von 1870, glücklich bei den wahren Methoden seines Lebens sein, dem Ackerbau für das Volk, der Philosophie für die höheren Stände.“
„Dabei hast Du in Deutschland gelebt und eine Deutsche zur Frau!“ sagte Hannah Higgins zu ihrem Mann laut auf Deutsch über den Tisch. Es war ein peinliches Schweigen. Frostige Gleichgiltigkeit der Gentlemen, mißbilligende Augenbrauen der Ladies bei diesen fremden Lauten, die wie aus feindlicher Weite, aus fernen, fernen Schlachtfeldern herüberklangen. Und noch mehr:
„Ihr habt ja keine Ahnung, was Deutschland ist. Es wird sich rächen. Ihr werdet es furchtbar erkennen!“
„Was sagt die Lady?“
Man übersetzte es der alten Dame. Sie tat sofort, als sei sie taub, und bat um etwas mehr Haddock. Jerôme K. Higgins fühlte das Bedürfnis, seine Frau zu entschuldigen.
„Mrs. Higgins ist seit Beginn des Kriegs ernstlich leidend!“ sagte er. „Sie legt mir Schweres auf. Sie sehen es. Täglich mehr!“
„Oh — oh... Mrs. Higgins...“