„Schouman macht auch nächstens wieder eine Geschäftsreise über den Rhein!“

„Antonelli hat jetzt noch Schwielen an den Händen. Kein Spaß vier Wochen lang als italienischer Erdarbeiter zu schippen!“

Der Korse schwieg. Es war die Wagelust des Wilderers, das Pirschen an verbotener Grenze, bei den Offizieren, den Heeren in dem endlosen Frieden.

„Nun — da hat der General ihn ja gefunden!“ sagte der Oberstleutnant Grégoire und blickte nach der Tür. Durch die kam Herr von Rigolet. Er hielt einen schlanken, aristokratisch aussehenden Mann in den Dreißigern mit unruhig belebten, schnurrbärtigen Zügen und klugen grauen Augen freundschaftlich unter dem Arm gefaßt.

„Eh — dieser Nicolai! Läßt den alten Großpapa warten! Macht nichts, mein Bester! Man weiß, daß Du immer Wichtiges vorhast. Du warst, höre ich, schon bei unsern hiesigen Großfürsten?“

„Ich brachte ihnen Briefe aus Petersburg!“ sagte Nicolai Schjelting. „Ich war des Abends mit ihnen zusammen und — natürlich — zwei Mesdames telles et telles. Sobald ich konnte, fuhr ich heim und schlief eigentlich bis jetzt.“

Für die Liederlichkeit der vornehmen Russen in Paris hatte er, der Mann des Ehrgeizes, nichts übrig. Das war nur Zeitverschwendung.

„Du kennst mich. Ich muß den Schlaf nehmen, wann ich ihn einmal finde!“ sagte er zu dem Großvater seiner Frau und wurde plötzlich erregt. „Neulich bot sich mir in Moskau eine Gelegenheit. Da war ein berühmter deutscher Arzt! Er hätte mir vielleicht geholfen!“

„Warum ließest Du ihn Dir nicht kommen?“