„Ich ging zu ihm. Stand da. Man ließ mich nicht vor.“

„Dich nicht vor?... Du scherzest!“

„Es war da irgend eine kleine Deutsche. Die wollte es nicht! Was willst Du machen? Überall in der Welt stößt man ja auf die deutsche Barriere. Wir Alle leiden darunter. Nicht ich allein!“

Nicolai Schjeltings nervöse und verdrossene Züge änderten sich plötzlich zu liebenswürdigem Lächeln. Er verdankte seiner Vielseitigkeit einen guten Teil seiner Erfolge im Leben. So, wie er gleichmäßig deutsch, russisch, französisch und englisch sprach, so schlüpfte er auch in jede dieser Nationalitäten, nicht anders, als wenn er, je nach Wetter und Laune, dies oder jenes Paar Handschuhe anzog, war drüben in Rußland lässig und breitlebend mit den Moskowitern, war hier freimütig und herzlich mit den Briten, fand den französischen Offizieren gegenüber die brüske, kurz angebundene Art, die sie unter sich liebten. Oh — er kannte Sir Edwin, den scharlachroten Gardisten! Er hatte ihn vor zwei Jahren drüben an der Themse in Whitehall getroffen. Er wußte auch von Oberstleutnant Grégoire und seinem Büro, das den Tag vorbereitete, an den man immer dachte und von dem man niemals sprach...

Dieser Tag ... doch: es war Zeit, von ihm zu sprechen. Schjelting redete. Er war immer der Mittelpunkt.

„Es giebt Methoden des geschichtlichen Denkens, die zu Schlüssen für das Handeln führen! Was Riesen bauten, waren immer Kartenhäuser. Es erlosch mit ihrem Geist. Selbst Napoleons Weltreich hieß schließlich St. Helena, — verzeihen Sie die Erwähnung hier im Dreiverband — Friedrichs des Großen Grabschrift hieß Jena, für Bismarcks Werk fehlt noch das Endwort! Wir werden es prägen!“

„Bravo!“

„Ich war jetzt wieder in Berlin! Es ist der Turmbau von Babel. Sie machen die Nacht zum Tage. Aber dabei murren die Massen! Der Mann von der Straße will eine andere Methode des Lebens. Die süddeutschen Könige spähen nach Wien. Sie ahnen das Heraufziehen einer geschichtlichen Notwendigkeit, der Preußen verfallen ist!“

„Sehr gut!“

Der Engländer und der Schotte tauschten einen Blick. Das machte ihnen Spaß, wenn man sich auf dem Festland verdrosch. Es war der Traum der City und alles verschuldeten blauen Bluts, das dort in Shares spekulierte. Dann waren die Meere frei! Das Geschäft der Briten blühte. Die Franzosen machten ernstere Gesichter.