Und auf dem ihrer Schwester Inge:

„Und hinter mir die Luftspiegelung angelsächsischer Freiheit überm Meer!“

„Du kannst Dich nützlich machen, Phila, und während des Kriegs auch auf meine beiden Bengel aufpassen!“ sagte Hannah Higgins. „Ich melde mich morgen als Pflegerin!“

„Morgen ist das Haus hier leer...“

Und doch fühlten Alle: Wir sind in unser Haus zurück. Was Deutsch war, giebt die Fremde wieder. Alles kehrt heim. Von allen Seiten rauschen die Wasser. Tausend Bäche sprudeln und eilen. Fluß an Fluß flutet dahin und ergießt sich in den einen heiligen Strom. Feierlich, in mächtigem Schwall, wälzt dort drüben der deutsche Rhein seine Wogen zum fernen Ziel.

XVI.

Die Schneeflocken, die strömend dicht in diesen letzten Januartagen des Jahres 1915 von dem eisgrauen Himmel des östlichen Ostpreußen herunter wirbelten, erreichten kaum die breiig fließende, mit verschlammten Laufbrettern belegte Sohle der russischen Schützengräben. Sie schmolzen schon beinahe in der Luft zu Wasser, so heiß war der stinkende Brodem, der aus den holzüberdachten und warm überschneiten Unterstand-Tunnels in die offenen Laufgräben quoll. Es war in diesen geschützten Unterkünften dämmerig wie in einem Bärenlager zur Winterzeit. Pelzig behaarte Gestalten tappten aufrecht im Zwielicht, brummten tief, schnarchten in den sargähnlichen Seitenverschlägen. Ein scharfer, süßlicher tierischer Geruch lastete zäh unter dem Balkengewölb, das die Axt feldbrauner russischer Muschiks gezimmert. Der Staatsrat Morskoi blies, um sich davor zu schützen, ein Papyros-Gewirbel durch die Nasenlöcher, blieb kurzatmig und wohlbeleibt, wie er war, stehen und sagte:

„Feldwebel!... Fragen Sie wieder, wo der General eigentlich ist!“