„Ich bin schuldig, Euer Hochwohlgeboren!“

Der Staatsrat Morskoi trat ein. Innen in dem Zimmer brauten dicke Papyrossenwolken über den Teegläsern und Sektkelchen. Russische Stimmen lärmten erregt durcheinander. Erhitzte slawische Gesichter. Ein Gedräng von Gestalten in Uniform und Zivil um einen Einzigen in der Ecke herum.

„Du kommst gerade zurecht!“ sagte mit der trockenen Skepsis eines alten Parisers der kleine, hagere, selbst hier im Felde stutzerhaft gekleidete Fürst Bulagin und zog die rechte Schulter noch höher, als sie von Natur schon war. „Sie haben diesen Schjelting, diesen Fuchs, in die Enge getrieben!... Il ne faut jurer de rien... ich glaube doch sonst an nichts, aber an ihn hätte ich geglaubt!“

Nicolai von Schjelting stand, die Hände in den Taschen, vor dem schreienden Halbkreis, an die Tischkante gelehnt. Er war sehr bleich, mit tiefliegenden Augen. Aber er sprach gelassen wie sonst und hielt dabei die Zigarette schief zwischen den Zähnen.

„Wer wir sind, braucht man mir nicht zu sagen. Wie sollte ich es nicht wissen? Aber wer Jene sind, das wißt Ihr nicht!“

„Wilhelms Windhunde sind es!“ brüllte ein riesiger Gardeoberst. „Man wird sie schon verjagen!“

„Ich aber weiß es! Denn ich war unter ihnen, als dies Volk aufstand! Man trieb es nicht — begreift es nur — wie wir die Muschiks in die Viehwagen treiben. Es kam von selbst...“

„Das verstehe ich nun schon gar nicht...,“ brummte ein dicker, brutaler Petersburger Flügeladjutant neben ihm in den Bart.

„Es war da ein Geist... überall war er... comme le Saint-Esprit...“

„Lästere nicht!“ grollte es dumpf hinter ihm.