„Dann setze Dich neben den Fuhrmann und sage ihm Bescheid!“

Der Schlitten fuhr in das sternenlose Dunkel der Winternacht hinaus. Die letzten Haustrümmer blieben zurück. Baumstümpfe und aufrechte Ulmen säumten die zerfahrene Straße. In schwarzer Ferne flackerten ein paar purpurne Irrlichter, blähten sich auf, duckten sich, spielten und blieben doch auf einer Stelle...

„Unteroffizier ... brennen dort Dörfer?“

„Dörfer, Euer Hochwohlgeboren!“

„So geht Ihr zurück, weil Ihr sie anzündet?“

„Man sagt, es sei eine List, Euer Hochwohlgeboren! Wir würden nächstens angreifen!“

Um sie herum lebte die Chaussee. Ein brauner Heerwurm kroch auf ihr hin, stumm, stumpf und dumpf. Kein lautes Wort fiel zwischen den starrenden Gewehren. Es war, als hätte sich die russische Erde selbst auf die Wanderschaft begeben und riesele da in Gestalt von tausenden und tausenden von lehmfarbenen Menschenbrocken durch die Nacht. Es nahm kein Ende. Schjelting dachte sich, in seine Decken gewickelt: Seit Stunden fahre ich an der Infanterie vorbei. Wie viele mögen es sein? Zehntausend? Fünfzigtausend? Wer kann es wissen? Wer kennt Rußlands Größe? Und doch ... und doch...

Er fröstelte. Der Schein der Schlittenlichter fiel auf Reihen von rollenden Kesseln und Schornsteinen. Struppige Ponys vor den Feldküchen. Dann Wagen ... zwölf ... hundert ... fünfhundert hintereinander ... man konnte sie nicht mehr zählen... Es knarrte und ächzte durch das Dunkel. Es schien, als würden sie von angespannten Rauchwolken gezogen, so dampften die Pferde in der eisigen Nacht. Man hörte ihr Keuchen. Niemand sprach...

„Was ist das, Unteroffizier?“