Der Floh war der König von Montenegro, so genannt, weil er ungefährlich war, aber, einmal losgelassen, doch unangenehm biß.

„Leb wohl, mein Bester! Vergiß sie! Wohin jetzt?“

„Les affaires sont les affaires! Ich frühstücke bei Macrî!“

Achille Macrî, der einstige levantinische Coulissier an der Pariser Börse und jetzige Vertraute des russischen Handelsagenten, des Geheimrats Raffalowitsch in Paris, selber und gleich ihm und den Ephrussi ein Sohn der weizenreichen Stadt Odessa. Schreiende Pracht in seinem Hotel in den Elysäischen Feldern. Gobelins und alte Niederländer an den Wänden. Draußen fuhr ein Automobil nach dem andern vor. Ein baumlanger Diener am Eingang des Empfangsaals rief die Namen:

„Monsieur et Madame Bonvoisin!“

Welche Menagerie ... sagte sich Nicolai Schjelting und betrachtete diesen Deputierten, diesen kleinen, spitzbärtigen, dürftigen Gewaltmenschen, mit dem goldenen Zwicker auf dem kalten Geschäftsgesicht. Bei wem bist Du wohl Kostgänger? Für wen stimmst Du? Wer zahlte Deine Wahl?

„Monsieur et Madame Pollet!“

Nun — Dich kennt man! dachte Schjelting beim Anblick des grauköpfigen Chefredakteurs der ‚dernière heure‘. Gamins und Spatzen pfeifen es auf der Straße, wer Deinen dreistöckigen Zeitungspalast an den Boulevards besoldet! Und einen zweiten in Petersburg. Das City-Geld riecht nicht schlechter als anderes.

„Le Chevalier de Massa!“