„Was denn, mein armer Nicolai? Erkläre Dich näher!“

Ghislaine Schjelting stand vor dem Spiegel und prüfte noch einmal mit dem Ernst einer Frau von Welt das Gesamtbild ihrer Erscheinung. Dann lachte sie wieder und wandte den Kopf über die weiße Schulter hinweg ihm zu. Sie sah verführerisch aus in diesem Augenblick. Er legte zögernd, wie unter einem Befehl, die Karte des Monsieur de Kéthulle wieder in die Schale. Die Frauen konnten mit ihm machen, was sie wollten. Es war seine alte Schwäche. Vielleicht auch ein Teil seiner Erfolge im Leben durch die Frauen. Er frug versöhnlicher:

„Was hast Du denn die Zeit über gemacht?“

„Nun — man amüsiert sich!“

Der harmlose Ton, das Achselzucken dabei, brachte ihn von Neuem in Harnisch. Er bekam wieder seinen roten Kopf.

„Ich verbiete Dir, Dich über mich lustig zu machen, Ghislaine!“

„So streng, mein Freund?“

„Viel zu wenig streng! Dir zu Liebe verbringe ich das halbe Jahr hier als Gast bei Deinen Eltern...“

„Du bist ja nie da!“