„Ach — ewig der Feind!“
„Warum stampfen Sie denn dabei so mit dem Fuß, Inge?“
„Das ist’s ja, was mich so erbittert. Das Leben ist so schön. So reich. So friedlich. Es bietet einem so viel. Ich möchte es genießen. Mich daran freuen. Kann ich denn das an der Seite eines Mannes, der das ganze Leben, so wie ein frommer Christ als Vorbereitung auf das Himmelreich, nur als Vorbereitung für den Krieg betrachtet? Dabei kommt der Krieg nie mehr! Gottlob! Seit einem halben Jahrhundert ist Ruhe!“
„Warte nur, balde...“
„Das sagen Sie! Das sagt Ihr immer! Müßt Ihr ja sagen! Das ist ja eben der Unterschied zwischen Ihnen und mir! Ihnen hat man von Jugend auf eine düstere Vorstellung von dem ‚Erbfeind‘ beigebracht. Wenn ich, seit meiner Backfischzeit, an Franzosen denke, so sind das freundliche Gelehrte, die bei meinem Vater zu Gast waren und er bei ihnen...“
„Ihr werdet Euch noch über die Freundschaft wundern, Kinder!“
„Sie kriegen einen roten Kopf, wenn Sie ’was von Engländern hören! Meine eigene Schwester ist an einen Engländer verheiratet. Es ist der harmloseste Professor der Physiologie, den man sich denken kann. Er tut in Oxford keiner Fliege etwas zu Leid!“
„Das sind Alles Gemütsmenschen, da drüben!“
„Ewig malen Sie Einem die Russen als Schreckgespenst an die Wand. Da konnt’ ich es doch nun einmal feststellen, weil ich doch eben in Moskau war. Die Russen denken an nichts Böses. Sie waren gutmütig wie die Bären. Sie haben uns mit Geschenken überhäuft!“