Am folgenden Morgen begab sich Franz, mit einem kleinen Brennspiegel ausgerüstet, in die Nähe des Tempels und nahm seinen Platz so, daß er gerade vor der Thür der Hütte saß. Der Zauberer lag wie immer faul im Innern derselben.

Alle übrigen hatten sich in der Nähe versteckt.

Jetzt drehte Franz das Glas so, daß der Sonnenstrahl versengend die Hand des Zauberers traf und dieser erschreckt zurückfuhr. Er lugte durch eine Spalte der Bambuswand und gab so sein schwarzes Ohr preis, — husch, hatte der Strahl es erfaßt.

Nun ging ihm die Geschichte über den Spaß. Er kam heraus, offenbar um das Ansehen seiner Person geltend zu machen; die Augen rollten vor Zorn, und die Fäuste waren geballt. Er schrie einige Worte in der Negersprache.

Franz drehte heimlich das Brennglas und hielt es jetzt so, daß es der Schwarze deutlich sehen konnte. Im Zickzack stach es und prickelte Brust und Kopf, Schultern und Beine.

Der Zauberer stieß ein sehr natürlich klingendes Geheul aus, schoß in die Hütte und erschien wieder mit dem Halsband, das er weit fortschleuderte. Sein Ruf klang jetzt unverkennbar wie „Gnade! Gnade!“

Franz trat mit der ernsthaftesten Miene vor und nahm das Halsband vom Boden. „Betrug ist Betrug, auch wenn er komischer Natur wäre, nicht wahr, Herr Doktor? Damit durfte der graue Sünder nicht durchkommen.“

Und lachend zogen alle von dannen. Die beiden Neger, welche Franz aus dem Dorf der Gallinas sicher zu den Seinigen gebracht hatten, sowie Achilles erhielten in Lagos namens der Eltern des Knaben von den Herren Geiser und Kopp eine ansehnliche Belohnung und dann ging es, von ihren Segenswünschen begleitet, beladen mit allen Schätzen dieser kleinen Reise, an Bord der Hammonia zurück.

Trotz der mannigfachen Gefahren, die der kleine Trupp der Naturforscher mit Mut und Glück bestanden hatte, war die Ausbeute an Naturalien aller Art keine geringe geworden, nun galt es die gewonnenen Schätze vor dem Verderben zu bewahren, damit sie wohlerhalten in Europa anlangten, um den Gelehrten als Material zum Studium oder zur Vervollständigung der Sammlungen zu dienen.

Zunächst wurden daher jene Gegenstände in Angriff genommen, die dem Verderben am meisten ausgesetzt waren, und da vier rüstige Arbeiter zur Verfügung standen, machten sich alle an die Arbeit, deren Einteilung Holm, als der Führer der Expedition anordnete. Dem Doktor Bolten war die Aufgabe zugefallen, das Tagebuch zu führen, in welches alle Erlebnisse niedergeschrieben wurden. Hans wurde der botanische, Franz der zoologische Teil zugewiesen, während Holm die nötigen Anleitungen gab und bald dem einen bald dem andern half, wenn besondere Schwierigkeiten zu überwinden waren.