[156] Wenn uns gleich Fälle aufgezeichnet worden, wo die Schwefelwässer in den chronischen Folgen der Arsenikvergiftung eben nicht viel Dienste thaten; Eph. N. C. dec. 3. ann. 9 et 10. S. 390. ja sogar welche, wo sie geschadet zu haben scheinen könten; Haen Heilmethode viert. Band S. 328. so mus man doch bei Beurtheilung dieser Fälle sehr behutsam seyn. Im erstern konnte das Bad zu Wisbaden die ungeheuren Verwüstungen in dem ganzen Nervensystem, in den innern und äussern Sinnen und dem algemeinen Empfindungssizze doch wohl eben so wenig heben, als irgend ein andres Mittel auf der Welt. Es gab hier keine Arseniktheile zu vererzen und auszuführen, Stärkung war das einzige Indikat, das aber freilich durch das warme Bad schlecht befriedigt ward — in der Geschichte, die uns Haen aufzeichnete, ist es offenbar, daß die meisten im Körper befindlichen Arseniktheile noch in den ersten Wegen hiengen, da das Achner Bad gebraucht ward. Es wirkte wie ein andres schweistreibendes Mittel; welches die Gifttheilchen eben so in die Substanz der Muskeln und an die Nerven treibt, wie alle die Beispiele lehren, wo nach innern Vergiftungen Kontrakturen und Lähmungen entstanden, ([§. 133].) gröstentheils auf Mohnsaft- und andre schweistreibende und verdünnende Mittel, man sehe die merkwürdigsten Fälle dieser Art in Commerc. litr. Nor. 1738. S. 212, und 1737. S. 219.

So lange heimliches Kneipen und plözliche Kolikschmerzen sich noch zuweilen nach innern Arsenikvergiftungen einstellen, so lange kan der Gebrauch der die ersten Wege ausleerenden (gelinden) Mittel nicht völlig unterbleiben. Handelt man nicht nach dieser Vorsicht, und bedient sich dagegen der schweistreibenden, so erfolgt ganz gewis, wie in unserm vorhabenden Falle, Kontraktur, Zusammenziehung, Steifigkeit und brennende Schmerzen der Muskeln der Gliedmaßen. Ueberdies bestätigen die Kräfte der schwefelleberluftigen Wässer bei den Folgen der Arsenikvergiftung (wenn wirkliche daherrührende Kontrakturen oder vielmehr Lähmungen schon entstanden und nun zu heben sind.) angesehene Männer aus Erfahrungen. J. M. Dietmann diss. Examen thermar. austriaco-badensium. (Viennae 1732.) cap. 5. §. 61. S. 74. — Ein herumziehender Arzt gab einem Abte ein mineralisches Drastikum (daß es nicht Spiesglanz, wie er vermuthet, sondern Arsenik gewesen, beweisen die Zufälle) er bekam langwierige Kolik, ward gelähmt, und bekam zugleich die heftigsten Schmerzen in den Armen mit Ausschlage verbunden, das Meinersdorfer warme Bad stellte ihn völlig wieder her; Diomed. Cornarius consilia medicin. cons. 5. S. 53. u. f. — Wie vortheilhaft die warmen Bäder bei Kontraktur, Lähmung und Konvulsionen, die auf Arsenik entstanden, angewandt werden, bestätigt Plenck Toxicologia S. 274. — Die bösartigen Wunden, die arsenikalische Wässer einem Klaubesteiger oft tief in die Haut frassen, heilte das Wolkensteiner (schwefelleberlufthaltige) Bad oft zur Verwunderung; Schrey Wolkensteiner Badeschaz (Frft. 1696.) S. 48.

[157] 90 bis 96 Grade Fahrenheitischer Leiter ist die rechte Mittelwärme dieser Bäder, die nicht viel erhöhet werden darf.

[158] Ueber eine Menge italienischer Bäder sehe man Baccius, über die französischen dü Clos, über einige in England Güidott, Lukas, Monro, Falkoner, über die ungarischen und siebenbürgischen Cranz, über die deutschen Hoffman und Zückert.

[159] Da diese Behandlung auch das Brunnenwasser mild macht.

[160] Scheele von Luft und Feuer. Leipzig 1782. S. 163.

[161] Vorzüglich bei übermäsiger Schlaflosigkeit; Scheffler a. a. O. S. 205.

[162] Ich nehme den einzigen krystallisirten Grünspan aus.

[163] Gegen das langwierige Fressen des Magens nach Arsenikgift, spanischer Wein sehr hülfreich, Bierling thesaur. obs. et cur. I. §. 8. S. 13.

[164] Scheffler Ges. d. Bergleute S. 174 und 176.