[53] Vornehmlich wenn die Ausleerungsmittel vernachläsiget und Ausdünstung befördernde, schweistreibende oder andre hizzige Mittel allzu zeitig an ihre Stelle gesetzt werden. Im Jahre 1784 hatte ein starker Holzschläger in Guteborn im Amte Ruland durch die Bosheit seiner Frau verschiedene Grane Fliegenstein auf einem Butterbrode verschlukt, er würgte sich die ganze Nacht hindurch, ohne das Gift durch Erbrechen völlig loswerden zu können. Früh ermant er sich, ungeachtet des Brennens im Magen und des Reissens in den Gedärmen verschlukt eine Menge kaltes Wasser, zwingt sich zur heftigsten Arbeit, und geräth in einen ungeheuern Schweis. Da er Mittags als er zu Hause war seine Kolik nicht gemindert sieht, so verschlingt er eine Menge heiser Suppe und geht mit zusammengeraften Kräften wieder an die Arbeit. Nach und nach fühlt er wie die Leibschmerzen nachlassen, aber bald darauf fält er unvermuthet zu Boden. Er wird ganz steif, doch mit Kenzeichen des freien Bewustseyns nach Hause getragen; die Muskeln des ganzen Körpers waren angestramt, und die Gliedmasen krum gezogen. Der Wundarzt richtete durch Oel- und Milchtrinken nichts bei ihm aus. Er fält auf warme Wasserbäder und diese stelten den Kranken nach und nach völlig her.

[54] Ueber diese und andre Umstände dieser ([§. 123]. bis [126].) Paragraphen vergleiche man Haens Heilmethode, viert. Band. S. 237. u. f. — Commerc. litterar. Nor. 1738. S. 212. vorzüglich Quelmalzens Erzählung. Ebendas. S. 219, 220, 221.

[55] Kontraktur und Lähmung der Füse, mit Verlust des Gefühls dieser Theile nach innerer Arsenikvergiftung Nov. acta. N. C. vol. 3. obs. 100. S. 532.

[56] Mehrere Beispiele wo auf verschlukten Arsenik Kontraktur, Lähmung, Zittern, Gliederreissen und spasmodische Konvulsion (Eklampsie) erfolgte — Alberti Iurispr. med. Tom. 3. S. 861. Forest lib. 18. obs. 28. S. 143. — in scholiis — Wepfer a. a. O. cap. 21. hist. 8. S. 358. — Eph. N. C. dec. 2. ann. 4. obs. 12. S. 36. — Ebendaselbst Cent. 5 et 6. obs. 45. S. 67. — Peter von Abano de venen. cap. 25. de Realgare — Joh. Bapt. Montanus Consilia, cons. 367. S. 947.

[57] Frieselausschlag von Arsenik mit Besserung Guilbert in Van der Monde Recueil period. Tom. 4, S. 353. — Medical essays et obs. (Edimb. 1747.) vol. 4. S. 41. — Gazette Salutaire 1762. n. 6. — Breslauer Saml. Vers. 33. S. 227. — Acta N. C. vol. 2. obs. 10. — Bierling thesaur. obs. 1. §. 6. S. 5. ohne Besserung oder mit Verschlimmerung, auch wohl mit bald tödtlichem Ausgange, Quelmalz Commerc. litt. Nor. 1737. S. 220. — Valentini Pandect med. leg. part. 1. sect. 3. S. 384. und ebend. S. 335. — Bohn offic. med. dupl. part. 2. cap. 6. S. 654. — Fel. Plater observ. Mantiss. obs. 38. S. 82. — Die Abschuppung und Abschälung der Oberhaut erfolgt zwar stets auf den bläsigten Ausschlag, (wenn er vom Tode nicht übereilt wird) doch auch zuweilen auch ohne vorgängigen Friesel; Haen Heilmethode a. a. O. S. 328. Auf Waschen mit Arsenikwasser über den Leib sahe ich öfters die Abschuppung allein erfolgen.

Statt der Crisis durch Friesel und Ablösung der Oberhaut veranstaltete die Natur zuweilen ein kritisches Ausfallen aller Haare des ganzen Körpers, auch ohne Abgang der Epidermis: Forest hist. et cur. lib. 30. obs. 8. in schol. — Val. H. Vogler diss. de venenis §. 33. — Störk ann. med. 1. S. 79, 80. — Scheffler Gesch. der Bergl. S. 196. —

Und umgekehrt lezteres ohne ersteres Haen a. a. O. — Auch erfolgte Abszesse haben sich nicht kritisch erwiesen Bresl. Saml. Vers. 33. S. 339. —

[58] Commerc. litter. Nor. 1738. S. 212.

[59] Vieljährige Kränklichkeit verursachte auf einmal genommener Arsenik, Coelsi ratio occurrendi morbis a mineral. abusu produci solitis. (Romae 1780.) S. 62. Sennert prax. lib. 6. part. 5. cap. 2. S. 231. — nach einem Jahre Tod; Amatus Lusitanus cent. 2. cur. 65. — nach dreijähriger Auszehrung, Tod; Wepfer de cic. cap. 12. hist. 5. und in schol. 3. S. 369. mehrere Jahre lang; Peter Forest lib. 18. obs. 28. in schol. S. 143.

[60] Man kan auch gute Narben von tiefen Magenverlezzungen aufweisen; — Bonet sepulchr. anat. lib. 4. sect. 10. obs. 4. §. 5. — Fel. Plater lib. 2. obs. S. 419. und alle Leichenöfnungen der Glasfresser und Allotriophagen, in deren Magen man oft große Stellen glatt antrift, wo die Zottenhaut ohne Schaden hinweggegangen war. — Ein Mann war stark mit Arsenik vergiftet, durch vieles Wassertrinken entrann er zwar dem Tode, aber nur erst nach zwei Jahren ward er erst völlig gesund; Klökhof Verhandel. uitg. door de holl. Maatsch. d. W. te Harlem 8. Deel. erst. Stück. S. 409.