»Ich komme nachher wieder und höre mir Ihre Seufzer an, Mr. Tom Warren, jetzt muß ich Blumen verkaufen!«
Fort ist sie. Tom Warren steht inmitten des Kreises junger Leute und sieht der schwebenden elfenhaften kleinen Gestalt nach.
»By Jove!« murmelt er verdrossen, indem er mit gierigen Augen die Richtung verfolgt.
Sie steht dicht vor der bunt dekorierten Bühne und nimmt mit der ihr eigenen resoluten Hast die ihr dargereichten Sträußchen zum Verkaufe in Empfang. Zu gleicher Zeit plauderte sie unbefangen nach allen Richtungen hin.
»Wo ich die alle anbringen soll, weiß ich so recht nicht. Alle Knopflöcher sind bereits besetzt.« Sie wandte sich rasch zu einem neben ihr stehenden Bekannten: »Sehen Sie vielleicht noch irgendwo ein unverblümtes Knopfloch?«
Ohne die Entgegnung abzuwarten, steuerte sie bereits auf ihr Ziel los. An der Ausgangsthür des Saales stand die breitschulterige Gestalt eines Mannes, dessen etwas vorgebeugter Kopf der Thüre zugekehrt war. Er trug seinen Hut in der Hand. Lily blickte bis zur Bruststelle hinauf. Er hatte keine Blumen. Im Nu stand das Mädchen vor ihm. Es war ein siegessicheres Lächeln, das ihren Mund umschwebte, als sie ihn ansprach.
»Ohne Knopflochbouquet verläßt keiner den Saal, mein Herr, bitte, einen Dollar, oder so viel mehr als Sie wollen. Sie bekommen dafür diese Veilchen – und der Weg ist frei!«
Sie sprachs, ohne aufzusehen. Ihre schlanken Finger wählten unter den im Korbe umhergestreuten Blumen. Der Mann hatte sich ihr zugewandt. Er zögerte einen Moment mit der Entgegnung und als sie kam, zuckte das Mädchen leicht zusammen.
Rechtsanwalt Harvey stand vor ihr. Seine Stimme klang ernster noch, als bei der vorigen Begegnung.
»Es thut mir aufrichtig leid,« begann er, »daß ich in die Lage komme, Ihnen zweimaligen abschlägigen Bescheid geben zu müssen, indes –«