Auszehrende dürfen täglich im ganzen zu verschiedenen Zeiten zwei Schoppen Milch trinken und in jeden Schoppen (Glas) einen Löffel Kohlenstaub mischen.
Besondere Wirkung erzielt man bei Leberkrankheiten. Das Pulver werde wieder in Milch genommen.
Auf alle eiternden, netzenden Geschwüre gepudert, täglich ein- bis zweimal, saugt der Kohlenstaub auf und befördert und beschleunigt durch diese Auftrocknung die Neubildung der Haut.
Kreidemehl.[26]
Wer hat nicht schon gesehen, wie nicht allein die Hühner, sondern auch andere Haustiere Körnchen von Kalk oder Mörtel verschlucken? Und wer hat nicht schon gehört, wie es notwendig geworden ist, vor manchem Kinde die Schulkreide zu verstecken, weil es sonst dieselbe entwendet und mit leidenschaftlichem Behagen das Stück wie Zucker zerbeißt und ißt?
Sollte die Kreide bei manchen Zuständen dem Menschen in der Tat dienlich sein? Obige Vorkommnisse mahnen zu reiflichem Nachdenken. Ich habe Kreidemehl in großen Quantitäten selbst angewendet und viele es anwenden lassen. Die Erfolge waren ganz merkwürdige, d. i. überaus günstige.
Die Kreide enthält Kalk, Schwefel und andere Stoffe oder sagen wir lieber Baumaterialien, welche der menschliche Körper notwendig braucht, insbesondere zum Bau des Knochengerüstes, dieses herrlichen und kunstfertigen Baues des tüchtigsten Baumeisters.
Bei Schwächlingen könnte der Bau mißraten oder an Festigkeit einbüßen; es fehlt ihnen gleichsam der gute Kalk, der alles andere, Sand und Steine, bindet.
Diesen, selbst Kindern, die recht schwach sind, gebe ich Kreidemehl, täglich eine Messerspitze in Wasser oder in der Speise. Da das Mehl geschmack- und geruchlos ist, nimmt man es sehr leicht.
Wer an schwacher Verdauung leidet, wer überhaupt bei aller Pflege nicht recht wachsen oder gedeihen will, probiere einmal täglich das oben angegebene Quantum Kreidemehl.