Alphabetisches Verzeichnis der Krankheiten.
Abweichen.
Ein Mann von 48 Jahren kommt und erzählt: „Ich habe beständig Abweichen, heute schon siebenmal, weil ich gereist bin, zu Hause täglich ein- bis sechsmal. An diesem Übel leide ich bereits seit ¾ Jahren.“ Das Aussehen dieses Mannes war sehr gut, weder mager noch zu stark, die Farbe frisch. — Dieser Kranke bekam: 1. jeden Morgen und jeden Nachmittag einen Oberguß, 2. jeden Morgen im Wasser gehen und jeden Nachmittag einen Knieguß.
Die Wirkung dieser Anwendungen war, daß nach fünf Tagen der Mann den ersten Stuhlgang bekam. Eingenommen hatte er nichts außer täglich sechs bis acht Wacholderbeeren.
Warum wohl hier diese Anwendungen gegeben wurden, die doch ganz verschieden sind von den sonst üblichen, so könnte mancher Leser fragen. Antwort: Weil dieser Mann gesund und kräftig aussah, auch das Auge frisch und gut, so war dies ein Beweis, daß noch gute Naturkraft vorhanden war; wird dieselbe nun unterstützt und noch mehr Wärme durch die Wasseranwendungen hervorgebracht, dann ist der innere Schaden bald durch die Naturkraft verdrängt, und somit findet hier das Sprichwort seine Anwendung: Ein guter Wirt wirft seine Lumpen selbst hinaus.
Als weitere Anwendungen würde ich empfehlen: in der Woche entweder 2–3mal ein Halbbad oder ebenso oft einen Oberguß mit Knieguß.
Asthma.
Ein Herr erzählt: „Ich bin 46 Jahre alt. Seit zwanzig Jahren leide ich an Asthma. Ich wandte mich an verschiedene Ärzte: allein sie erklärten meine Krankheit für unheilbar und verordneten mir nur Beruhigungsmittel, die alle erfolglos waren. So blieb mir nichts anderes übrig, als mein Kreuz zu tragen, bis mich Gott davon befreien wird. Dieses Kreuz war oft recht schmerzlich. Recht oft traten die Atembeschwerden, besonders zur Nachtzeit, in einem so heftigen Grade ein, daß ich ganze Nächte, auch bei der größten Winterkälte, an dem offenen Fenster stehen mußte, um nicht zu ersticken. — Solch ein Anfall konnte mehrere Tage nacheinander fortdauern. Alle gebrauchten Mittel waren ohne Wirkung. Zu diesem langen Leiden kam noch Appetitlosigkeit, große Abnahme der Kräfte, so daß ich einsehen mußte, daß es so nicht mehr lange gehen könne. Endlich erbarmte sich der Himmel. Das Buch „Meine Wasserkur“ kam in meine Hände, und es kam mir als Helfer in der größten Not. In acht Tagen wurde ich geheilt. Es ist kaum glaublich, wie das Wasser eine Natur in kurzer Zeit so umwandeln kann. Die Anwendungen waren: 1) Oberguß, darauf Knieguß — Wassergehen; 2) Rückenguß — Schenkelguß; 3) Sitzbad —- Oberguß — Halbbad; 4) Oberguß — Rückenguß — Wassergehen; 5) Halbbad — Oberguß — Sitzbad; 6) Vollbad — Oberguß; 7) Schenkelguß — Oberguß. Dazu täglich eine bis zwei Stunden im Gras barfußgehen. Es war Sommer, und meine Lage wurde von Stunde zu Stunde leichter.“
Atmungsbeschwerden.
Ein Priester macht folgende Angaben: „Ich bin gut gebaut, war stets gesund und kräftig; doch seit ¾ Jahren bin ich so verschleimt, daß ich recht viel Atemnot habe, und wenn der Husten kommt und die Atemnot, glaube ich, ich müsse ersticken. Ich hatte früher eine vorzügliche, klangvolle Stimme, und jetzt kann ich mich kaum mehr verständlich machen; auch werde ich so müde, daß ich fast nicht zu gehen vermag. Mehrere konsultierte Ärzte erklären es teils als Luftröhrenkatarrh, teils als Brustkatarrh.“