Die Heilung der Blattern durch Wasser hat noch den speziellen Vorteil, daß der Giftstoff nie tief einfrißt und daß deshalb nach solcher Behandlung niemals die entstellenden Blatternnarben das Gesicht fürs ganze Leben kennzeichnen.

Die Waschungen, welche wir in unseren obigen Fällen verordnet haben, können ersetzt werden durch den spanischen Mantel, den man täglich zweimal, bei großen Hitzen dreimal umlegt je 1–1½ Stunden lang. Man versäume es nie, nach jeder Anwendung den Mantel sorgfältig auswaschen zu lassen; er enthält jedesmal eine Menge giftiger Stoffe.

Eine weitere Anwendung besteht darin, daß man, zu Bette liegend, ein zweifach zusammengelegtes grobes Linnen ins Wasser taucht, es auf Brust und Unterleib legt in Form des Oberaufschlägers (s. Aufschläger) und nachher in derselben Weise den Unteraufschläger folgen läßt. Bei großer Hitze kann dieses Verfahren in einem halben Tage zwei- bis dreimal wiederholt werden.

Blutarmut (Bleichsucht).

Weil der ganze Körper aus Blut gebildet ist und der ganze Körper seine Größe, seine Kraft und Ausdauer vom Blute hat, so darf ich den Satz aufstellen: wer gesund bleiben und lang leben will, der muß gutes Blut und hinlängliches Blut haben. Die Natur bereitet aus Speise und Getränk das notwendige Blut, und man kann mit Recht sagen: wer gutes Blut hat, ist gesund, und wer viel Blut hat, ist ausdauernd, und wo wenig oder schlechtes Blut bereitet wird, werden alle möglichen Krankheiten eintreten können.

Zu einer guten Blutbildung ist vor allem notwendig eine gute, gesunde Luft, viel Licht, eine gute, entsprechende Nahrung, welche gutes Blut geben kann, und die erforderliche Bewegung oder Tätigkeit des Körpers. Gehen diese notwendigen Bedingungen ab, dann wird auch das Blut abnehmen, und sind die Nährstoffe nicht gut, dann wird zur Blutabnahme auch noch krankhaftes Blut bereitet werden.

Blutarmut kann auch eintreten, wenn man Blut verloren hat durch Verwundungen, Aderlaß und andere Blutverluste.

Wer blutarm ist, der ist auch schwächlich oder krank.

Ein Bild der Blutarmut ist der Bleichsüchtige. Das Gesicht des Bleichsüchtigen ist blaß, bleich, oft gelblich, bräunlich; besonders sind die Lippen und das Zahnfleisch abgestanden; die Augenlider sind matt, und so ist vorherrschend überall Schwäche, Magerkeit, Mangel an Wärme, gebückte Haltung — somit ein Bild der Krankheit. — Die weiteren Folgen sind: Herzklopfen, schwerer Atem, besonders beim Treppensteigen, Kopfweh, Kreuzschmerzen, Ohnmacht, Krämpfe, Magenkrampf, Verdauungsschwäche. Neigung bekommen solche Leute oft zu Speisen, die weder der Natur zuträglich sind noch ein gutes Blut geben können.