Die Anwendungen waren folgende: Vierzehn Tage hindurch 1) jeden Tag zwei Obergüsse; 2) jeden Tag zweimal im Wasser gehen drei bis fünf Minuten lang; 3) dreimal wöchentlich ein Schal; 4) jeden zweiten Tag ein Sitzbad eine Minute lang.

Einzunehmen bekam der Kranke Absud von Foenum graecum mit Honig gekocht, womöglich jede Stunde einen Löffel voll.

Die Wirkung war: die Aufgüsse kräftigten den oberen Körper. Der Husten war anfangs noch stärker, Schleim ging jedoch sehr viel heraus. Nach drei Tagen verminderte sich Husten und Auswurf, und in zwölf Tagen war nur mehr ein kleiner Rest von Verschleimung übrig. — Dieser wurde beseitiget durch weitere Anwendungen von Oberguß, Knieguß und Tee von Brennnesseln und Spitzwegerich. Nach etwa drei Wochen trat vollkommene Besserung ein.

Entkräftung.

Ein Schmiedmeister, 46 Jahre alt, kommt und klagt: „Meine Hände haben seit etwa zwei Jahren so an Kraft abgenommen, daß ich mit dem Hammer nicht mehr zurechtzukommen weiß. Wie meine Arme zwei Drittel der Kraft verloren haben, so sind dieselben auch um mehr als die Hälfte dünner geworden; sonst wäre ich ziemlich gesund. Nur fühle ich seit einem halben Jahre auch meine Füße viel schwächer werden, und daß sie besonders gegen Abend wehe tun. Der Appetit ist ziemlich gut, jedoch nicht wie früher. Auf meinem Rücken, am oberen Kreuz merke ich oft eine gewaltige Spannung.“

An den mageren Händen sieht man nur mit Mühe, wo die Adern sind; man erkennt leicht, die Arme werden nicht genährt, daher die Schwäche, Steifheit und Kälte. Blutanstauungen im Nacken und in dessen Umgebung mögen die Ursache sein, daß das Blut nicht nach allen Richtungen hin gelangen kann.

Der Schmied hielt vierzehn Tage hindurch täglich einmal die ganzen Arme in ein Heublumenbad eine halbe Stunde lang und einmal zu anderer Tageszeit zwei Minuten in kaltes Wasser; dazu kam wöchentlich dreimal der Schal. Schon während dieser Kur wurden die Arme fester, die Adern schwollen an, die Anstauungen wurden aufgelöst. Nach 14 Tagen wurde täglich ein Ober- und Unterguß, in der Woche zweimal ein warmes Heublumenbad und zweimal ein Kaltwasserbad für die Arme genommen. Der Mann fuhr damit fort und wurde wieder fähig zu seinem Beruf. Innerlich gebrauchte er während der Kur täglich zwanzig Wermuttropfen in warmem Wasser.

Entzündung. (Allgemeines.)

Ein Knabe, der kaum recht gehen konnte, sieht, wie die Mutter Licht gemacht hat. Er gibt sich alle Mühe, so ein Hölzchen zu erwischen; er will auch Feuer machen. Es gelingt ihm, und der kleine Übeltäter zündet mit dem Streichhölzchen ein mächtiges Feuer an. Das ganze Haus brennt ab und alles, was darinnen ist.

Wie viele tausend Menschen liegen auf den Gottesäckern, bei denen sich gleichsam so ein kleiner Funken krankhaften Stoffes im Körper entzündet hat; der Funken wurde zur Flamme. Von allen Seiten drang das Blut zur entzündeten Stelle und gab neuen Zündstoff. Es goß Öl in die Flamme, und die Flamme wurde zum großen Feuer. Es waren vielleicht nicht die richtigen Anstalten zum Löschen getroffen worden, und die armselige Hütte der menschlichen Seele brannte elendiglich zusammen. Tausende von Tieren gehen so jährlich zugrunde. Abertausende von Menschen ereilt ein gleiches Schicksal. Wie schnell geht das oft? Dein Hals hat an einer Stelle Feuer gefangen, er ist entzündet. Es kommt zufällig ein rauhes Lüftchen und tut Blasbalgdienste; es bläßt das Feuerchen an, die Adern liefern neuen Brandstoff, und in wenigen Stunden steht der Hals in Brand. Ist’s nicht so? Was tun? Was tun die Leute, wenn’s brennt? Sie schreien Feurio und suchen zuerst zu retten, was zu retten ist. Dann entfernen sie, wenn es Zeit ist, von der Brandstelle in aller Eile alles, was dem Feuer nur Futter sein kann, und spritzen dann darauf los, bis der Feuersnot oft die Wassernot folgt. Diesen Wink wollen wir verstehen und ausnützen.