Der genannte Herr besaß die größte Wasserscheu und konnte sich zur Wasserkur erst dann entschließen, als ihm keine andere Hilfe mehr blühte. Sechs Wochen hindurch gebrauchte er verschiedene Anwendungen. Die Heilung war eine so vollständige, daß die Anfälle niemals wiederkehrten und der Herr sich stets - es sind heute ungefähr 21 Jahre her — der besten Gesundheit erfreute.

Der Patient nahm mehrere Tage hindurch einen Tee von Dornschlehblüten, der einen recht gelinden, aber ergiebigen Stuhlgang beförderte; dann gebrauchte er den kurzen Wickel, Ober- und Unteraufschläger und zuletzt Halb-, auch Ganzbäder von der Dauer einer Minute. Unter den Anwendungen tat auch der spanische Mantel gute Dienste. Am wirksamsten erwiesen sie sich in folgender Ordnung:

Erst der kurze Wickel; er beginnt die Gase auszutreiben und die Ursache der Gase zu lösen;

sodann der Ober- und Unteraufschläger, eine Fortsetzung der ersten Anwendung, zugleich auf Kräftigung abzielend;

im weiteren der spanische Mantel; dieser leitet die verlegenen Stoffe aus der Haut;

endlich Halbbäder, welche den Organismus stärken.

Ein anderer Herr litt dermaßen an Atemnot, daß die Ärzte erklärten, es habe sich die Herzwassersucht angesetzt. Dieser Herr war, wenn auch gut genährt, nicht besonders korpulent; gleichwohl konnte er nur mit größter Anstrengung eine Stiege steigen. Appetit war fast gar nicht vorhanden, der Schlaf recht unruhig; niemals war der Herr ohne Angst und Furcht. In seinem Berufe hatte der Patient früher reichliche Bewegung gehabt; später kam er in eine Kanzlei, und dieses sitzende, untätige Leben brachte ihn nach und nach in den eben beschriebenen peinlichen Zustand. Zur Heilung reichten ganz wenige und leichte Anwendungen von Wasser aus. Dieselben helfen auch jetzt noch, sobald das Übel sich von neuem zeigen will. Es hat sich seit zwölf Jahren öfters gemeldet, ist aber jedesmal schnell wieder beseitigt worden. Zu den Wasseranwendungen gebrauchte der Herr noch Tee, den er wegen seiner trefflichen Wirkung lieb gewonnen hat. Dieser Tee besorgt lediglich einen geregelten Stuhlgang und die Ausleitung der Gase aus dem Magen, erspart zugleich zahlreichere und stärkere Wasseranwendungen, die der Herr fürchtet, und zu denen manchmal die Zeit fehlt. Der Tee ist der gelinde Wühlhuber, und die Anwendungen sind folgende: Erschien das Leiden in einem niedrigen Grade, so reichte aus, dreimal in der Woche einen Unteraufschläger zu nehmen, jeden Morgen beim Aufstehen Rücken, Brust und Unterleib kräftig zu waschen. Trat das Übel etwas stärker auf, so gebrauchte der Herr den kurzen Wickel oder auch ein Halbbad. Mit diesen Übungen wurden verbunden Waschungen zur Nachtzeit, die stets gute Dienste taten.

Es ist sonderbar, und oft staune ich, wenn man gegen solche Zustände die stärksten Mittel gebraucht, Mittel, welche für die Gesundheit niemals gute Folgen haben können; selbst mit Giften traktiert man leider nur allzu oft die armen Geplagten.[32] Letzteres insbesondere blieb und bleibt mir ein bis heute ungelöstes Rätsel. Ich muß mir stets Gewalt antun, um die innere Ruhe zu bewahren.

Ein anderer Fall von Emphysem.

Ein Pfarrer bekam Lungenentzündung in hohem Grade, nach dieser Lungenemphysem (Lungenerweiterung, Lungenblähung) und kam mit solchem Husten, daß er kaum anzuhören war. Das Aussehen war recht krank, Appetit wenig, die Kräfte im Abnehmen. Die Lunge wurde von den Ärzten noch als heilbar erklärt.