Statt der Hilfe, der Teilnahme, der er mehr als jeder andere bedurfte, hörte er täglich und stündlich das verachtende Urteil: „Sie sind eben Hypochonder, Ihnen kann man nicht helfen!“ Sollte das nicht einen Mann niederdrücken müssen?

Merkwürdig! Der Herr hatte (ich erfuhr es von ihm selbst) schon zwei Wasserheilanstalten besucht, sie verschlimmerten den Zustand. Die Anwendungen waren zu drastisch, zu stark, zu gewaltsam; sie halfen bei diesem halbzerstörten Bau mit, noch mehr einzureißen, nicht aufzubauen.

Gerade in diesem Falle hatte ich Gelegenheit, wieder aufs deutlichste zu sehen, wie das Wasser, aufs gelindeste angewendet, die besten und solidesten Erfolge sichert. Daß so ein Übel nicht in wenigen Tagen gehoben werden kann, ist klar.

Wer die gewöhnlichen Regeln für Gesundheits- und Körperpflege (vernünftige Nahrung, Kleidung, Lüftung, Erholung, Reinlichkeit) befolgt, wird diese fatale Laus nie in den Pelz bekommen. Bei etwaigen Meldungen, gleich im Beginne, kann ihr leicht der Abschied gegeben werden.

Die geeignetsten Wasseranwendungen bestehen in Ganz- und Teilwaschungen, in Bädern (Halbbädern), besonders dem Sitzbade, in kurzen Wickeln, zuletzt in kalten Ganzbädern.

Noch zwei Punkte, die mich drücken, mögen hier mit einem Worte stehen. Es ist ein Unglück unserer Zeit, daß man so viel auf geistige Getränke hält, daß selbst junge Leute sich an starke Weine so leicht gewöhnen. Alle diese scharfen Sachen gießen Öl ins Feuer; Blut und Säfte unserer jetzigen geschwächten Generation können derlei Zeug nicht brauchen. Bleibe man doch nüchtern und einfach, und manches Leiden, das eigentlich erst in der „Neuzeit“ und mit dem „Fortschritt“ auf die Krankheitsbühne trat, wird allmählich wieder hinter den Kulissen verschwinden.

Als einen weiteren Übelstand möchte ich es sodann bezeichnen, daß so viele Menschen sich fast ausschließlich von Fleisch nähren wollen, daß die trefflichen Milch- und Mehlspeisen, welche die besten Säfte, das beste Blut ohne alle Schärfen liefern, so sehr verachtet und gemieden werden. Das kann keine gute Folgen haben, ist auch Unnatur. Den Raubtieren allein hat der Schöpfer Magen und Gebiß nur fürs Fleisch zugerichtet. Dem Menschen, wegen dessen alles erschaffen ist, hat er sein Nahrungsgebiet nicht so enge begrenzt. Toren sind — zu ihrem eigenen Verderben —, die solches tun.

Vom Impfen und den schlimmen Folgen desselben.

Ein Bauer aus Altbayern erzählt: „Ich habe ein Kind zu Hause, das am ganzen Körper geschwollen ist. Die Füße sind ganz dick, der Leib ist doppelt so dick, als er sein sollte, der Kopf wie der Oberkörper, alles ist angeschwollen. Das Kind ist schon seit drei Vierteljahren nicht mehr gesund, das Elend steigert sich von Woche zu Woche. Es bekommt bald da, bald dort kleine Geschwüre, die schnell aufbrechen, jedoch alsbald wieder zuheilen, und ihnen folgen wieder an anderer Stelle solche Geschwüre. Ich war in München bei drei Ärzten, habe noch andere Ärzte gefragt und gesucht, wo ich glaubte, Hilfe zu finden, aber immer vergebens.“

Dem Bauern riet ich: „Sieden Sie Heublumen, eine halbe Stunde lang, tauchen in diesen Absud ein leinenes Hemd ein, winden es aus, legen es dem Kinde an und wickeln dies in eine wollene Decke, lassen es 1½ Stunden im Wickel und machen es so täglich zweimal. An jedem dritten Tage lassen Sie das Kind solch ein Heublumenbad nehmen, wobei möglichst viele Heublumen im Wasser bleiben. Das Wasser sei so warm, daß das Kind gerne hineingeht und gerne 25–30 Minuten darin verbleibt.“