Nach vierzehn Tagen war das Kind schon ziemlich normal, heiter, bekam Appetit, und die weiteren Anwendungen waren folgende: Jeden dritten Tag war das Kind wieder einzuwickeln, eine Stunde lang, am vierten Tag in ein warmes Bad zu bringen, aber vom warmen Wasser aus recht tüchtig abzuwaschen.

So wurde zehn bis vierzehn Tage fortgemacht, dann war das Kind ganz gesund.

Ein Herr erzählt: „Ich war in meinem Leben stets gesund. Vor zehn Jahren, als die Blattern in meiner Umgebung herrschten, ließ ich mich, wie viele andere, impfen. Ich bekam keine Blattern; aber es blieb die Impfstelle am rechten Arm immer etwas gerötet. Dazu kam ein kleiner Ausschlag um den Impfschnitt. Ich merkte acht Jahre hindurch bloß, daß die entzündete Stelle sich erweitere, und jetzt, nach zehn Jahren, habe ich die nassen Flechten so lästig, daß ich ganze Nächte keine Ruhe finde. Diese Flechten sind bald stärker am einen Arm, bald am andern, und so ist auch der Wechsel an den Füßen. Angewendet habe ich viel, die giftigsten Salben auf der Hautfläche; eingenommen habe ich auch viel, alles ohne Erfolg.“

Anwendungen: Sicher sind hier das Blut und die Säfte verdorben, und die Flechtenstellen dienen bloß zum Ausfluß der verdorbenen Säfte. Somit ist notwendig, daß auf den ganzen Körper eingewirkt werde, alles Krankhafte in Blut und Säften aufzulösen und auszuleiten.

1. In der Woche dreimal in der Nacht den ganzen Körper vom Bette aus waschen und, ohne abzutrocknen, gleich wieder ins Bett gehen.

2. Die Flechtenstellen mit einem Absud von Foenum graecum täglich zwei- bis dreimal gut auswaschen. Statt gesottenem Foenum graecum wird gut wirken Aloë, in heißem Wasser aufgelöst, zu einem Liter Wasser ein Kaffeelöffel Aloë.

3. Zweimal in der Woche den spanischen Mantel. So vierzehn Tage lang bis drei Wochen fortgemacht.

Weitere Anwendungen: in einer Woche oder innerhalb vierzehn Tagen ein warmes Bad mit kaltem gewechselt. (Siehe [im ersten Teil].) Gut wäre während dieser Kur etwas Wermuttee, täglich zweimal je drei bis vier Löffel voll.

Katarrh.

Die zahlreichsten Katarrhe entstehen dadurch, daß man vom Aufenthalte in der Kälte und im Freien, vielleicht gar schwitzend, schnell in einen ziemlich geheizten und warmen Raum kommt. Auch kalte Zugluft, der man einige Zeit ausgesetzt war, kann schnell einen Katarrh reifen. Gewöhnlich fühlt man fast sofort eine Verengung auf der Brust, im Halse, in der Nase. Es ist, als stecke einem ein kleiner Knödel im Halse. Übersieht man diesen im Anfange des Katarrhs, so setzt er sich fest und breitet sich aus. Empfänglicher ist, wer zu warme Kleider trägt, wessen Körper und einzelne Organe infolge dessen sehr verweichlicht sind. Gar nicht schwer wäre es (ich sage es kühn), von jedem Katarrh frei zu bleiben, wenn man seinen Körper nicht „barbarisch“, sondern nur vernünftig abhärtete, wie dieses schon an so manchen Stellen betont wurde.