Wird jemand äußerlich von der Krätze befallen, so nehme auch er ein warmes Bad von 33–34° R. und reibe sich mit scharfer Seife, am wirksamsten mit „grüner Seife“, die er in jeder Apotheke bestellen kann, kräftig ein. Nach ¼stündigem Bade wasche er sich mit reinem Wasser (kalt oder warm) und mit anderer, gewöhnlicher Hautseife ab. Trefflich würde es wirken, wenn der Kranke sofort in ein zweites derartiges Bad, jedoch mit erneuertem warmen Wasser steigen könnte (am Schlusse ebenfalls kalte oder warme Abwaschung).

Da die Krätze in sehr vielen Fällen durch Kleidungsstücke, Bettwäsche usw. ansteckt und vererbt wird, so ist es eine Hauptsache, nach den Bädern sowohl die Leibwäsche und Kleidung als auch die Bettwäsche gründlich zu wechseln. Alle Anwendungen würden sonst nichts nützen.

In 3–4 Tagen kann auf diese Art die Krätze geheilt werden.

Krebs.

Eine gar häufige Krankheit unserer Zeit sind die verschiedenartigsten Krebse. Es ist wohl kaum ein Teil des Körpers, der nicht vom Krebs oder krebsartigen Schäden zerstört werden könnte. Hat dieses Übel einmal weiter um sich gegriffen, so wage ich mit Wasser nichts mehr anzufangen; Blut und Säfte sind schon zu verdorben.

Die Krebskrankheit ist erblich, zumal wenn bei einem Individuum Blut und Säfte bereits zu einer derartigen Zersetzung hinneigen.

Mir sind Eheleute bekannt, die eine an Zungenkrebs leidende Base besuchten. Ohne Ahnung von einem so schrecklichen Übel entsetzten sich beide, als sie die schauderhaften Verwüstungen wahrnahmen. Bei der Frau schwoll die halbe Zunge innerhalb drei Tagen krankhaft an; dem Manne wurde die Unterlippe entzündet und wund. „Wir haben die Krankheit geerbt,“ — so klagend kamen sie zu mir. Ich suchte die bis zum Tode Erschrockenen zu ermutigen und ihnen nach Können ihr steifes Behaupten auszureden. Zugleich riet ich ihnen, sie sollten den einen Tag mit Alaunwasser den ganzen Mund, besonders die angegriffenen Stellen ungefähr viermal gut auswaschen, den zweiten Tag mit Aloëwasser die Waschung wiederholen, zudem jeden zweiten Tag einen Kopfdampf nehmen und im Wechsel mit dem Kopfdampfe einen Wickel um den Hals anlegen.

Die zwei Personen wurden von dem Übel ganz befreit. Ich selbst hätte nie geglaubt, daß bloßer Schrecken die Wirkung habe, eine so entsetzliche Krankheit zu vererben. Später erfuhr ich, daß sich ein Arzt wirklich dahin ausgesprochen habe, die Leute hätten das Übel geerbt.

Von beginnenden Krebsübeln, auch von fortgeschrittenen kleineren Krebsschäden sind mir mehrere Fälle vorgekommen. Sie konnten leicht geheilt werden. Alle Anwendungen zielten lediglich hin auf Reinigung des Blutes und der Säfte.

Leibschaden.