Nasenbluten
siehe oben [Seite 189].
Nervenerschöpfung.
Ein Pfarrer gab an, er habe zeitweilig fast unausstehliches Kopfweh, und wenn dieses sich bessere, solche Halsbeschwerden, daß er vor Müdigkeit und Schmerzen kaum reden könne. Auch im Rücken bestehe oft schmerzhaftes Zusammenziehen und Mattigkeit. Nach dem mitgebrachten Zeugnisse seines Arztes leide er an „ausgebildeter Nervenerschöpfung, und es sei nahe daran, daß Gehirn und Rückenmark angegriffen würden“. — Außerdem waren hochgradige Reizbarkeit und Angstgefühle vorhanden.
Anwendungen: Täglich ein schwacher Oberguß in der Frühe und nachmittags; täglich einmal im nassen Grase und auf nassen Steinen 4 Minuten lang gehen; so 5 Tage lang. Darnach täglich ein stärkerer Oberguß, ein Knieguß und zweimal im Wasser gehen; so 5 Tage lang. Dazwischen Sitzbäder.
Die weiteren Anwendungen waren: Täglich ein Rückenguß, ein Halbbad, ein Oberguß und Wassergehen. Diese Anwendungen beseitigten alle Leiden, und gesund und heiter ging der Geheilte wieder an sein Berufsleben.
Nervenleiden.
Ein Geistlicher berichtet also:
„Infolge gewaltiger Aufregung, Angst und Schrecken bekam ich Ende Juli 1884 ein Leiden, welches sich anfangs durch häufiges, sehr beängstigendes Herzklopfen und beständige Atmungsbeschwerden mit allgemeiner Schwäche äußerte. Das Herzklopfen hörte nach einigen Monaten wieder auf. Aber nun erschienen andere Übel: mitunter sehr heftige beängstigende Anfälle von Asthma, häufiges Drücken mit Schmerzen und Spannen bis in den Unterleib hinab. Hauptsächlich spürte ich den Druck in der ganzen Rippengegend, zuweilen auch im Rückenmark. Oftmals fühlte ich sehr große Mattigkeit und Abgeschlagenheit in allen Gliedern mit Schmerzen in den Gelenken. Nebenher quälten Verstopfungen mit Blähungen stets den Unterleib. Die Stimme war ganz geschwächt, so daß mir oft schon das einfache Sprechen Schmerzen, Beklemmungen und Asthma verursachte; ein anhaltender, starker Gebrauch der Stimme war ganz unmöglich geworden. Während der ganzen Zeit habe ich auch Beschwerden im Kopfe, nämlich Schwindel, starke Eingenommenheit, zu Zeiten heftige Kopfschmerzen, so daß ich manchmal kaum zu denken imstande und zu jeder geistigen Anstrengung unfähig bin. Jede Kleinigkeit regt mich ungemein auf und steigert nicht selten die Beschwerden in Brust und Kopf aufs äußerste. Dazu hat eine unsägliche Melancholie meinen Geist eingenommen, manchmal ist’s fast zum Verzweifeln. Die Ärzte erklärten mein Leiden für ein Nervenleiden. Zwei derselben, ein Allopath und ein Homöopath, beide berühmte Männer, verschrieben mir Mittel (Duschebäder, Diät, Bromkali, Zincum oxydat., Natr. phosph. u. a.), die aber sämtlich ganz erfolglos blieben, ja das Übel zuweilen noch ärger machten. Am ehesten schien noch zu wirken, was ein dritter Arzt anriet: kalte Vollbäder und fleißige Bewegung in der Luft. Das dauerte so ein halbes Jahr, bis ich endlich ganz zum Wasser meine Zuflucht nahm.“
Soweit der Kranke. Schauen wir ihn selbst näher an! Sein Aussehen ist ungewöhnlich gerötet, die Augenränder sind etwas gelb, Ohren und Lippen hochrot, mit blau untermischt. Die Haare sind dem jungen Herrn, der kaum mehr als 30 Jahre zählt, bis auf einen kleinen Rest gänzlich ausgefallen. Worauf lassen diese Anzeichen schließen? Gewiß auf allzu heftigen Drang des Blutes gegen Kopf und Brust. Der Schmerz auf der Stirne zeigt die Heftigkeit des Blutandranges zum Kopfe an, und das zu viele Blut im Kopfe bewirkt eine Ausdehnung der Adern. Kann da geheilt werden und wie? Die zwei hauptsächlichsten Leidensstellen, Kopf und Brust, sind vor allem ins Auge zu fassen. Beide werden gleichsam erdrückt unter der Überfülle des Blutes. Dieses muß allererst gegen die Extremitäten abgeleitet werden. Dann kann ich an die Auflösung alles Abnormalen (Anstauungen, Erweiterungen der Adern, Ausbuchtungen nach innen usw.) an Kopf und Brust gehen und zuletzt allgemein auf den ganzen Körper einwirken.