Als Anwendungen werden sich der Reihe nach am besten eignen: Fußdampf, Kopfdampf, kurzer Wickel, spanischer Mantel, auf nassen Steinen gehen, Ober- und Untergüsse, spanischer Mantel, Barfußgehen, zur Winterszeit am besten im frischgefallenen Schnee.

Innerhalb 3 Wochen hatte sich der Zustand bedeutend gebessert. Bis zur vollen Erholung indessen dürften bei so fortgeschrittenem und tiefgewurzeltem Leiden noch Monate vergehen.

Aus der mehr oder minder guten Wirkung jeder einzelnen Anwendung lernt der Patient selbst am sichersten urteilen, welche derselben von den besten Folgen begleitet ist und deshalb öfters wiederholt werden soll. Nur lasse man sich ja nie und nimmer verleiten, den Willen stets nur auf diese besondere Anwendung hinzurichten. Mit den besonderen Anwendungen sind jederzeit, um den Einklang und den gesunden, reellen Fortschritt in der Heilung nicht zu stören, die gemeinsamen, d. i. die auf den ganzen Organismus wirkenden, pünktlich zu verbinden.

Ein Priester aus Böhmen berichtet:

„Vor 8 Monaten trat bei mir infolge von Überanstrengung heftiges Herzklopfen ein sowie auch Schlaflosigkeit, späterhin starkes Aufstoßen, Auftreibung des Unterleibes, auch Atmungsbeschwerden. Es bestanden zuweilen perverse Empfindungen, Schmerzen in Händen und Füßen, Unruhe, später auch Zittern in denselben, dabei hochgradige Abspannung und Müdigkeit. Appetit fehlte zuletzt auch, ebenso Stuhl.“

Bei seiner Ankunft schien Patient sehr erschöpft und zeigte eine blaßgelbe Gesichtsfarbe. Nach siebenwöchentlicher Kur war er wieder frisch, gesund und munter. Auch der Schlaf hatte sich langsam wieder eingestellt.

Die Wasseranwendungen bestanden in folgendem: In den ersten drei Wochen: 1) nachts vom Bett aus ein Halbbad; 2) vormittags Oberguß und Wassergehen; 3) nachmittags Rückenguß und Halbbad; 4) täglich fleißig Grasgehen. Späterhin: Oberguß mit Knieguß, auch Halbbäder, zweimal Fußdampf. Zum Einnehmen täglich 8–10 Wacholderbeeren, auch Tee von Wermut und Salbei.

Nervenüberreizung.

Zwei Studierende kamen in die Osterferien und erzählten: „Wir haben Kopfleiden, Blutandrang nach dem Kopf, schlechten Schlaf und große Müdigkeit, mangelhaften Appetit, und wir sind somit unfähig, weiter fortzumachen. Könnten wir nicht die Vakanz benützen zur Wiederherstellung unserer Gesundheit durch die Wasserkur?“

Ich gab den Rat, sie sollten, weil es Frühling, der Boden feucht und es noch ziemlich kalt war, diese Vakanztage wo möglich im Freien, im Walde, auf den Wiesen barfußgehend zubringen und rasche Bewegungen machen, wenn sie sich kalt fühlten; auch von Zeit zu Zeit in einen mit Wasser gefüllten Graben 2–3 Minuten stehen und darin hin- und hergehen.