Fälle von Kopfrheumatismus könnte ich eine Unzahl nennen. Sie wurden am leichtesten dadurch entfernt, daß man möglichst wenig am Kopfe selbst, dagegen warme Bäder und Dämpfe an den Füßen anwandte. Kommt man dem Kopfe mit Kälte, so wird’s ärger; kommt man mit Wärme, so strömt noch mehr Blut zu. Die Reihenfolge der besten Anwendungen wäre etwa folgende:
das warme Fußbad (mit Asche und Salz),
die Überlegung eines Schals,
der Fußdampf,
der Kopfdampf mit kaltem Abguß und wieder
der Schal.
Diese Anwendungen, täglich eine derselben, heilen den stärksten Kopfrheumatismus, der gewöhnlich durch Zugluft, Verkühlung und sehr oft durch zu raschen Wechsel von Hitze und Kälte entsteht.
Kein Rheumatismus darf vernachlässigt werden, ein jeder könnte der Anfang zu vielen und schweren Krankheiten sein: zu Krankheiten der Lungen, der Augen, Ohren etc., zu Entzündungen, Blutvergiftung, zu Geschwüren usw.
Ein Student, der ziemlich viel getrunken hatte und in diesem Zustande in die kalte Luft gekommen war, bekam plötzlich Rheumatismus auf der Brust. Er meinte, seiner Jugend und seiner Tapferkeit könne so etwas nicht schaden; die „leidige Geschichte“ werde sich von selbst wieder verlieren. Aber es wurde für die Eltern und deren Angehörige eine leidvolle Geschichte. Es entstand trockener Husten, der schnell einen bösartigen Charakter annahm. Nach zwei Monaten war das blühende und hoffnungsvolle Leben ausgelöscht. Hätte der junge Mann nur täglich vier- bis fünfmal Brust und Unterleib mit kaltem Wasser kräftig abgewaschen, in 1–2 Tagen wäre die Brust frei und der Arme außer aller Gefahr gewesen.