Anna Maria, die viel und streng arbeiten mußte, erhielt rings um das Knie herum eine Geschwulst. Sie beachtete dieselbe mehrere Wochen gar nicht und machte später, als sie heftig schmerzte, in ihrem Unverstande dichte kalte Umschläge. Das Knie wurde nicht besser, sondern schlimmer, und sie befragte einen Arzt. Dieser gab eine Salbe zum Einreiben, die indessen ohne Wirkung blieb. Zu allem Unglück bog sich der Fuß unter dem Knie am Schienbein abwärts. Um die Steifheit zu verhindern, verordnete der Arzt, während 14 Tagen jeden Tag den Fuß mit Schweinefett kräftig einzureiben, später mit Karbolsäure zu waschen. Das Knie wurde immer schlimmer. Zuletzt wandte er einen Gipsverband an und verhieß der Kranken, nach dessen Wegnahme könne sie sicherlich gehen. Nach neun Wochen wurde der Gipsverband weggenommen; aber die arme Magd konnte auf dem Fuße weder stehen noch gehen. Dieser elende Zustand währte fort bis vor wenigen Wochen.

Derlei Verhärtungen an und um die Knochen können nur aufgelöst werden durch längere Zeit fortgesetzte Überschläge mit geschwellten Heublumen, die stets ganz warm aufgelegt werden. Ist die Auflösung geschehen, so wird das Blut auch wieder nach diesen Teilen dringen, dieselben nähren, und die Kraft wird wiederkehren.

Nach achttägiger Anwendung besagten Umschlages konnte die Kranke bereits auf dem Fuße stehen. In 8 bis 10 Wochen konnte sie auch wieder gehen.

Ein Herr von Stand kommt und erzählt: „Ich bin vom Kopf bis zum Fuß voll von Rheumatismen und Krämpfen, habe beständig Katarrh, bald schwächer, bald stärker, ich mag im Zimmer oder im Freien sein; ich weiß mir nicht zu helfen. Ich bin meistens fast ohne Schlaf, ohne Appetit, und wenn ich nicht besser werde, muß ich in Kürze mein ganzes Berufsleben einstellen. Ich trage schon lange ein Jägerhemd und ein Jäger-Unterbeinkleid. Über dieses Jägerhemd trage ich ein zweites Hemd von Wollbarchent, dem stärksten Stoff, den ich bekommen konnte. So trage ich auch noch eine zweite Jäger-Unterhose vom stärksten Wollstoff, dann ein Gilet von Tuch mit dickwollenem Unterfutter, auch eine Buckskinhose, endlich einen Rock und einen Überwurf. Mein ganzer Körper ist vorherrschend kalt und wie mit Teer von übelriechendem Schweiß bedeckt. Es kann kaum noch ein unglücklicheres Geschöpf geben, als ich bin.“ Nun zur Wasserkur!

Zuerst wurde ein Oberguß genommen und die schmierige Haut abgewaschen, ebenso ein Knieguß mit Waschungen. So wurde drei Tage täglich zweimal diese Anwendung vorgenommen. Am dritten Tage wurde das Jägerhemd und die Jägerhose entfernt und gleich darauf ein Halbbad und eine Stunde später ein Oberguß genommen. Am fünften Tage wurde die Doppelunterhose ausgetauscht mit einer leinenen. Am siebenten Tag wurde das Hemd mit einem leinenen ausgewechselt, und so wurde auch das mit Ärmeln versehene Gilet entfernt; dann wurden täglich zweimal Oberguß und Unterguß im Wechsel mit Halbbädern genommen. Nach 14 Tagen war der ganze Organismus von jedem Rheumatismus und Krampf frei; die Haut transpirierte wie bei einem Gesunden, Schlaf und Appetit stellten sich vortrefflich ein, und der gute Herr freute sich, wieder neu hergestellt, am Schluß der Ferien seine Berufstätigkeit wieder aufnehmen zu können. Über das Ganze äußerte er sich mit folgenden Worten: „Hätte ich mein kleines Übel, meinem eigenen Urteil folgend, so verschlimmert, könnte ich mir nur gram sein. Doch ich tat nichts ohne Anleitung der berühmtesten Ärzte.“

„Mein ganzer Oberkörper,“ berichtet jemand, „ist voll Rheumatismus; an der rechten Seite im Oberkörper bin ich gar nie ohne große Schmerzen, und läßt der Schmerz etwas nach, dann kommt er auf eine oder auf beide Schultern. Ich werde dann so steif, daß ich die Schultern nicht mehr zu rühren vermag; kommt aber der ganze Schmerz auf den Magen, dann ist es, wie wenn sich alles umdrehe; ich kann dann auch gar nichts essen. Am allerärgsten aber ist der Schmerz am Hinterteil des Kopfes, besonders auf der linken Seite. Die Füße werden mir gar nicht mehr warm. So ist mein Leben recht elend, und ich kann meinem Berufe gar nicht nachkommen. Für das, was ich verbraucht habe an ärztlichen Mitteln und sonstigen Medikamenten, habe ich eine große Summe aufgewendet; geholfen hat mir gar nichts. Seit mehr als einem Jahr trage ich auf Befehl eines Arztes Wollhemden, bin aber dadurch noch viel empfindlicher geworden.“

Die Anwendungen waren: 1) In der Woche dreimal ein grobes Hemd anziehen, 1½ Stunden lang, in Wasser getaucht, in welchem Heublumen gesotten wurden. 2) Zweimal in der Woche ein Wickel von unter den Armen an bis ganz hinunter, das Tuch ebenfalls in warmes Heublumenwasser getaucht. 3) In der Woche zweimal in der Nacht vom Bett aus ganz waschen mit kaltem Wasser und, ohne abzutrocknen, gleich wieder ins Bett. So 14 Tage lang, dann als weitere Anwendungen: 1) Täglich ein Oberguß und Knieguß. 2) Täglich Wassergehen, 2–4 Minuten lang, dann Bewegung. 3) Zweimal in der Woche ganz waschen.

Nach 4 Wochen war der Patient von seinem Leiden frei und nimmt jetzt noch in der Woche zwei Halbbäder.

Ein Vorstand einer öffentlichen Lehranstalt erzählt: