2. zweimal die Ganzwaschung,

3. jeden Tag Oberguß und Knieguß.

So geheilt nahm der Patient als zeitweilige Fortsetzung der Kur, sowie zur Erhaltung seiner Gesundheit jede Woche ein Halbbad und zweimal Oberguß und Knieguß.

Rotlauf (Gesichtsrose)

ist ein giftiger Krankheitsstoff, der sich zwischen Haut und Fleisch sammelt und lagert und an irgend einer Stelle einen Ausgang sucht. Er kann entstehen an einem Fuße, an einem Arme, am Kopfe oder an jeder anderen Stelle des Körpers. Wo er sich zeigt, tritt große Spannung ein, als ob die Haut zu eng sei, als ob sie auseinanderspringen möchte. Manchmal tritt er lange nicht auf die Oberfläche, und der davon Befallene leidet oft große Schmerzen. Beim Ausbruche zeigen sich zuerst einzelne Bläschen mit bräunlicher Flüssigkeit, nach und nach eine Unzahl derselben, kleinere und größere, die so giftig sind, daß sie ganze Teile der Haut auffressen. Der Rotlauf kann gefährlich werden und leicht den Tod bringen, wenn er nicht imstande ist, nach außen sich zu entfalten, wenn er im Inneren eine Blutvergiftung bewirkt, die sich rasch verbreitet, da nach der entzündeten Stelle viel Blut hinströmt. Gar oft kommt noch der Fall vor, daß der Rotlauf, wenn er sich nach außen entwickelt, von der ursprünglichen Stelle weicht und im Inneren an eine Stelle tritt. Derlei Fälle haben meistens einen tödlichen Ausgang.

Ich kannte einen Knecht; der bekam den Rotlauf am Arme. Er wollte dem Übel kein Gewicht beilegen; „das sei eine Weiberkrankheit“, meinte er. Der Rotlauf verschwand, faßte aber nach kurzer Zeit Posto im Gehirn, und in Bälde war der Kranke unterlegen.

Desgleichen ist mir ein Priester bekannt; diesem setzte sich der Rotlauf an einen Fuß. Wie er den leidenden Fuß gepflegt hat, weiß ich nicht. Der Rotlauf verschwand, und der Patient glaubte sich von dem Unhold befreit. Doch bald zeigte sich der unliebe Gast von neuem, jetzt am Oberarm. Wiederum verschwand er, aber nur, um sich zuletzt im Kopfe festzusetzen. Nach 4 Tagen war der Priester eine Leiche.

Jeder, der diese Krankheit aufmerksam beobachtet hat, wird von einer Reihe von Todesfällen erzählen können, die eintreten durch Vernachlässigung des Rotlaufs.

Bei der Heilung ist vor allem darauf zu achten und muß dem vorgebeugt werden, daß der Rotlauf nicht auf Wanderung gehe. An der Stelle, wo er zutage tritt, muß er so bald wie möglich geschwächt und der Giftstoff ausgeleitet werden. Auch die Zuströmung des Blutes soll man nach Möglichkeit verhindern, d. h. mindern.