Der gute Herr hatte wirklich allen Mut verloren, und weil alle Medikamente ihm nichts nützten, suchte er Hilfe durchs Wasser.

Die Anwendungen waren folgende: 1) Täglich zwei Obergüsse und zwei Kniegüsse; späterhin 2) täglich ein Rückenguß und zwei-, auch dreimal täglich im Wasser gehen, öfter ein bis zwei Stunden lang auch im nassen Gras. Es war warme Sommerszeit; deshalb konnten die Anwendungen verdoppelt werden. Es ging außerordentlich viel Urin ab; der Brechreiz ließ schon am zweiten Tage nach; die Farbe änderte sich, und wie neue Frische, so trat auch neuer Mut und neues Leben ein. In 14 Tagen war er vollständig hergestellt. Wäre die Sommerszeit nicht gewesen, hätte die Kur vielleicht 14 Tage länger gedauert.

Veitstanz.

Ein Vater erzählt: „Ich habe eine Tochter, die jetzt 10 Jahre alt ist, und die von klein auf nie ganz gesund war. Das Zahnen war für das Mädchen so hart, daß man glaubte, sie müsse sterben. Zudem wurde ein Fuß dünner als der andere. Jetzt hat dieses Mädchen den Veitstanz; es kann nicht essen und nicht schlafen, und es ist schauerlich anzusehen, wenn die Krämpfe kommen. Ich habe bei vielen Ärzten Hilfe gesucht, aber der Zustand wurde immer schlimmer.“

„Guter Mann, siedet Grummet eine halbe Stunde lang mit Wasser, nehmt ziemlich viel, so daß das Wasser recht dick wird, tut etwas Salz daran, taucht ein grobes Hemd in das Wasser, windet es aus und zieht es so dem Kinde an; wickelt dann das Kind in eine Wolldecke gut ein und laßt es eineinhalb Stunden darin liegen; wenn es schläft, bis es aufwacht, auch wenn die zwei Stunden vorüber sind. Macht es acht Tage hindurch täglich zweimal so, dann bringt Nachricht!“

Nach acht Tagen kam der Mann und erzählte: „Das Mädchen hat einen fürchterlichen Ausschlag am ganzen Körper, besonders auf dem Rücken und auf der Brust, aber es wird ganz heiter, es tut ihm nichts mehr weh, die Krämpfe sind beseitigt, und das Mädchen kann gut schlafen, bekommt schon Appetit. Was soll ich jetzt noch weiter tun?“

Antwort: Gebt dem Kinde alle drei Tage das Hemd nochmal an wie bisher; und noch vierzehn Tage so fortgemacht, wird das Kind gesund sein. Gebt ihm auch noch diese Tropfen, jeden Tag ungefähr zwanzig Tropfen in Wasser, wie bisher. (Die Tropfen sind aus Wermut, wie in der „Apotheke“ oben [S. 115] angegeben ist.)

Verbrennungen.

Ein Bauernhaus brannte nieder. Der Bauer fiel bei der Rettungsarbeit ins Feuer und verbrannte sich Gesicht und Hände derart, daß er jedermann unkenntlich wurde. Der Arzt überlegte die Brandstellen, auch den total verwüsteten Haarboden mit mehreren Pflastern. Von den Fingern und dem halben Arm hingen Haut und Fleisch in Fetzen herunter. In halber Verzweiflung und in rasenden Schmerzen flehte der Unglückliche um den Tod, daß er doch erlöst würde. Der Arzt erklärte eine Heilung für ein Ding der Unmöglichkeit.