[26] Siehe auch „[Knochenmehl]“ oben Seite 138.
[27] Wer bei größerem Verbrauche von Kleienbrot sich eine der extra hierzu bestehenden Schrotmaschinen kaufen kann, ist am besten daran, er kann nie betrogen werden. — Ich kannte in Tirol einen Professor, welcher ein schweres Magenleiden hatte. Da er die wenigsten Speisen vertragen konnte, kamen seine Kräfte sehr herunter. Man riet ihm das Kleienbrot und eine solche kleinere Maschine. Alsbald ließ er diese von Wien kommen und machte in den Stunden der Handarbeit selbst den Müller und den Treibesel. Er hat sich sein Mehl selbst gemahlen, und seine Frau hat ihm das Brot gebacken. Er wurde so gesund und sein Magen mit ihm, daß dieser fortan bei keiner Speise mehr den Dienst verweigerte.
[28] Diese Anwendungen darf sich nicht jeder zu machen erlauben, der an Atembeschwerden leidet; sie könnten manchen zu stark sein. Im allgemeinen warne ich vor zu vielen Anwendungen.
[29] Dem wildesten Stier wird die Kraft gebrochen durch den kleinen Ring, den man in seine Nüstern bringt. Man kann ihn führen, wohin man will. Die gelindeste Anwendung ist der Ring, den ich der gefährlichsten Krankheit sozusagen in die Nüstern schlage.
[30] Der Fenchel, in Milch gesotten, wirkt außerordentlich bei Kolik und choleraartigen Anfällen; er erwärmt, leitet die Gase aus und ist zugleich Nahrungs- und Kräftigungsmittel.
[31] Wer im Frühjahre oder Herbst, fast zu jeder Jahreszeit, die Zeitungen durchgeht, sieht, welche Rolle die Frühjahrs- und Herbst-Blutreinigungs-Pillen, -Kräuter usw. spielen. Nie werde ich zu so etwas raten. Wer absolut einnehmen will (es gibt einmal solche Leute), der nehme in der Woche den einen oder anderen Tag 5–6 Stunden lang jede halbe Stunde einen Eßlöffel voll frischen Brunnenwassers ein. Das unterstützt die Natur, das andere kann sie verderben.
[32] Es liegt mir eben ein Brief vor, worin ein Patient klagt und die Gifte aufzählt, die er in verschiedenen Krankheiten hat verschlucken müssen. Ich will die Aufzählung auf ein andermal versparen.
[33] Meine 35jährige Erfahrung und Praxis berechtigt mich zu dieser Behauptung. Jeder, der die Prießnitzschen Umschläge die ganze Nacht über liegen läßt, wird schon die unliebe Probe gemacht haben, daß am Morgen statt Besserung eine Verschlimmerung eingetreten ist. „Es war eben nicht recht zugebunden,“ lautet die fade Entschuldigung, die man gleich bei der Hand hat. Nein, der Grund ist meistens ein ganz anderer und liegt tiefer. Das Nähere lese man beim Halswickel!
[34] Geronnene (gestockte) Milch wird auf den warmen Herd gestellt, die Masse scheidet sich in Festes und Flüssiges. Das Flüssige bildet das Topfenwasser, das Feste den Topfen, auch Topfenkäs (Zieger) genannt.
[35] „Mens sana in corpore sano“ sagten die Alten. Ein gesunder Geist kann nur wohnen in einem gesunden Körper. Man mag hier beherzigen, welchen großen Einfluß das Land auf die Leute, der Palast oder die feuchte, nasse Hütte auf deren Inwohner ausübt. Sollte es bei Leib und Seele anders sein, zumal beide so innig zusammenhängen und zusammen nur ein Ganzes bilden?