[16] Das Rezept des Ausscheidungsöles allein, welches in einzelnen Fällen zum äußerlichen (niemals innerlichen) Gebrauche angewendet wird, habe ich um Mißbräuchen vorzubeugen, mir vorbehalten. Und selbst wenn ich es bekannt geben würde, hätte davon das Volk keinen Nutzen, weil die Apotheke ohne jedesmaliges Vorlegen desselben das Öl nicht abliefern darf; und von mir kann und darf es nicht versendet werden, weil ich weder Arzt noch Apotheker bin.

[17] Es gibt viele Patienten, welche meinen, recht viele Medizin und Pillen u. a. müssen gesund machen. Ich erinnere mich gut an einen sehr tüchtigen Arzt, der möglichst wenig verschrieb und oft über die Unvernunft der Leute klagte, welche trotz des ärztlichen Ausspruches stets nach Medikamenten schreien. „Wenn mir solche unausstehliche Toren kamen und nicht Ruhe gaben,“ sagte er einst, „dann gab ich ihnen Brotpillen mit einer kleinen, gleichgültigen Mischung, welche den — Apothekengeruch brachte. Sie nahmen die Pillen, und wenn ich wieder kam, so hatten diese „besten Pillen, die sie im Leben genommen,“ fast regelmäßig geholfen!“

[18] Hier ein Wort über die Süßigkeiten und Schleckereien. Wenn ich von Männern höre, die derlei Kindereien treiben, so ärgere ich mich; wenn ich von Kindern solches höre, so bemitleide ich die Armen und bedauere die Kurzsichtigkeit oder die mangelhafte Wachsamkeit der Eltern.[19] Absolut und entschieden spreche ich mich gegen all diese Schleckereien aus, mögen dieselben was immer für einen Namen und Ruf haben, aus was immer für einer Apotheke kommen und für Katarrhe, Husten, Magenleiden, alles Denkbare und Undenkbare, Mögliche und Unmögliche angepriesen werden. Man kann damit gründlich den Magen und anderes verderben.

[19] Kranken derlei Zeug zu reichen, wäre ein unverantwortlicher Frevel.

[20] Bei jedem einzelnen Heilmittel steht auch genau, in welchen Formen es gebraucht werden kann, ob als Extrakt, Pulver, Tee, Öl usw.

[21] Sämtliche Kräuter, Beeren usw., die zu Extrakten dienen, können auch in Wein angesetzt werden, wie dieses an Ort und Stelle stets bemerkt ist. Dieser Wein dient indessen nur zum sofortigen, wenigstens ziemlich schnellen Gebrauche, nicht zum Aufbewahren.

[22] Zur Erleichterung des Aufsuchens der in diesem Abschnitte aufgeführten Heilpflanzen hat die Verlagshandlung einen „Pflanzen-Atlas zu Seb. Kneipp’s Wasser-Kur“ in drei verschiedenen Ausgaben veröffentlicht: man vergleiche hierüber die bezüglichen Ankündigungen in den Prospekten und der sog. Gratis-„Kneipp-Broschüre“.

[23] Patienten, die schon Wasserheilanstalten besucht haben, behaupten, man erblicke im Erscheinen eines Ausschlages ein sicheres Zeichen vom guten Gelingen der ganzen Kur.

[24] Das darf nicht befremden. Bekannt ist ja auch oder dürfte es sein, daß z. B. in den Schalen (schwäbisch „Schelfen“) der Äpfel, Birnen etc. mehr Kraft steckt als in dem Fleisch der Früchte selbst. Die Essigprobe (aus den Früchten oder den Schalen) wird meine Behauptung sicherlich nicht im Stiche lassen.

[25] Siehe auch „[Kreidemehl]“ unten Seite 140.