Fig. 26.
Schwächliche und ältere Personen, mit einem Worte die Blutarmen, deren Blutwärme nicht viel über dem Gefrierpunkte steht, dürfen, ja sollen auch diesen Wickel warm nehmen.
Arme und einfache Leute auf dem Lande können statt des 4–6fach gefalteten Linnentuches wieder einen abgenützten, weicheren Getreidesack netzen und denselben der Breite nach umlegen.
Die ganze Anwendung dauert je nach Vorschrift 1, 1½, zuweilen 2 Stunden.
Würden gesunde Leute alle 8, auch nur alle 14 Tage einen kurzen Wickel nehmen, so könnten sie einer großen Anzahl Krankheiten gründlich vorbeugen. Auch er wirkt günstig und reinigend auf Niere und Leber und auf den Unterleib, den er von versessenen Winden, quälenden Gasen, verlegenen Stoffen, überflüssigem Wasser reinigt. Die Wassersucht, Herz- und Magenleiden, die sehr häufig vom Druck der Gase nach oben herrühren und aufhören, sobald diese entfernt werden, sind den Freunden des kurzen Wickels unbekannte Gäste. Und ich kenne eine Zahl solcher treuen Freunde, welche manche Nacht in seiner Umhüllung schlafen und bis zum Morgen überaus gut und sanft ruhen.
Bei Verschleimungen des Magens, bei Herz- und Lungenübeln, bei den verschiedensten Kopf- und Halsleiden findet der kurze Wickel die mannigfaltigste Verwendung. Das Nähere besagt im dritten Teile eine Reihe von Krankheiten.
Wenn ich im unklaren bin über ein Übel, wenn ich den Sitz einer Krankheit nicht genau erkenne, so ist stets der kurze Wickel der treueste und beste Ratgeber. Auf nähere Ausführung kann ich mich nicht einlassen.
Patienten, deren Unterleib durch was immer geschwächt ist, rate ich unmittelbar vor oder nach dem Wickel den Unterleib mit Schweinefett oder Kampferöl einzureiben.
Bei Krämpfen lasse ich auch manchmal ein in Essig getauchtes einfaches Tuch unter den Wickel auf den bloßen Leib legen. Bei Krämpfen und Kältegefühl ist warmer Wickel am Platze.