[Steinleiden (Griesleiden).]
1.
Ein Vater erzählt: „Mein Sohn hat große Schmerzen in der Blase; mehrere Ärzte erklärten, der Knabe habe einen großen Stein in der Blase, der nur durch eine schwierige und gefährliche Operation zu entfernen sei.“ Dieser Knabe bekam 1) täglich dreimal eine kleine Tasse Thee von Wachholderbeeren und Zinnkraut; 2) täglich wurde auf die schmerzende Stelle ein vierfach zusammengelegtes, in Zinnkrautabsud getauchtes Tuch warm aufgelegt und mit einer Wolldecke umhüllt.
Auch das Zinnkraut selbst wurde täglich auf längere Zeit auf die schmerzende Stelle gelegt. Nach 14 Tagen löste sich der Stein in Stücke auf, und in kleinen Theilen ging er ab. Der Knabe wurde munter, fühlte keine Schmerzen mehr und dankte Gott für die gewordene Hilfe.
2.
Ein Mann, 40 Jahre alt, erzählt: „Ich leide seit vielen Jahren an Gries und Stein; ich habe bei Ärzten und Nichtärzten Hülfe gesucht, und wenn ich auch Erleichterung fand, merkte ich immer, daß ich nicht geheilt war. Ich bin oft unfähig zum Arbeiten. Jetzt habe ich es wie noch nie; ich möchte aufschreien beim Urinieren, und es geht doch nicht recht.“ Dieser Kranke gebrauchte: 1) zehn Tage hindurch täglich ein warmes Bad mit 35–38 Grad Celsius von Wasser, in welchem Haferstroh gesotten wurde, eine halbe Stunde lang; am Schlusse des Bades wurde nur einen Augenblick ein Halbbad genommen, und der obere Theil des Körpers gewaschen. 2) Täglich trank der Kranke drei Tassen Thee von Wachholderbeeren, Hagebutten und Zinnkraut. Schon am zweiten Tage kam viel Gries heraus. Jeden Tag vermehrte sich Dieses, und in zehn Tagen waren alle Schmerzen beseitigt. Der Kranke brauchte bloß noch jede Woche ein solches Bad zu nehmen und jeden zweiten oder dritten Tag eine Tasse Thee zu trinken.
[Typhus.]
Der Typhus entsteht gern durch Erkältungen, ganz besonders aber, wenn die Wohnungen keine gute Luft haben oder die Mauern des Hauses feucht sind und die Wohnung nicht fleißig gelüftet wird, sodann auch, wenn die Mauern schadhafte Stellen haben, wo durch Feuchtigkeit sich Mörtel ablöst, und die Luft so schlecht ist, daß durch das Einathmen das Blut verdorben wird, so daß Entzündungen entstehen und sich Geschwüre bilden. Besonders nachtheilig ist es, wenn in den Häusern ein feuchter Untergrund ist oder Gruben in oder am Hause sind, die schlechte Ausdünstungen haben, welche die Luft verpesten, ebenso wenn das Trinkwasser schlecht und verdorben ist. – Wie die Mediziner kurieren, darnach habe ich mich wenig erkundigt. Daß Typhus mit Wasser zu heilen ist, davon bin ich vollständig überzeugt. Ich habe von Städten gehört, wo man den Typhus durch Bäder kuriert. Mir haben selbst vom Typhus Geheilte erzählt, daß sie in einem Tage wiederholt 5–10–15 Minuten in ein kaltes Vollbad mußten. Ich habe die Überzeugung, daß gerade der Typhus recht leicht und einfach zu heilen ist und leichter und bequemer als auf diese Weise; denn einen Schwerkranken täglich 3–6mal so lange ins Wasser thun ist hart und macht die Krankenpflege recht beschwerlich.