1.

Ein Typhuskranker, der schon zwölf Tage am Typhus darniederlag, und dessen Zustand recht bedenklich geworden war, wurde:

1) zweimal des Tages im Bett gewaschen, was eine schwächliche Krankenpflegerin leicht besorgen konnte;

2) wurde ein grobes sechsfaches Tuch ins kälteste Wasser getaucht, auf Brust und Unterleib gelegt, und dieses so oft gewechselt, als die Hitze einen höhern Grad erreichte. Gemessen wurde die Wärme nicht; bloß wenn der Kranke sich recht bange fühlte und das Aussehen große Hitze verrieth, wurde das Tuch weggenommen, wieder ins kälteste Wasser eingetaucht und auf's Neue aufgelegt. So konnte diese Wiederholung in einem Tage sechsmal und öfter vorgenommen werden müssen. War die Hitze nicht mehr groß, so wurde mit den Überschlägen ausgesetzt. Bei diesem Typhuskranken, der so große Hitze hatte, daß der Gaumen ganz ausgetrocknet, die Zunge voller Blasen und so steif war, daß er nicht reden konnte, wurde in kurzen Fristen 1–2 Löffel voll Absud von foenum graecum gegeben, welches die Hitze nahm und die wunde Zunge und den Hals heilte. In zehn Tagen war der Kranke vollständig von allem Fieber frei, und die Erholung stellte sich rasch ein.

Bemerkt sei noch, daß dieser Kranke jeden Tag zweimal einen Eßlöffel voll Salatöl eingenommen hat, um die innere Hitze zu dämmen. Ungewöhnlich rasch hat er sich erholt, ohne daß ein Nachtheil zurückgeblieben wäre. Man könnte auch den Typhuskranken bloß durch Waschungen kurieren, wenn der Kranke so oft gewaschen wird, als es ihm recht bange wird durch die steigende Hitze. Das bezeichnete Beispiel gibt uns zugleich Anleitung, wie leicht man dieser Krankheit vorbeugen könne, wenn die ersten Anfänge von Typhus sich zeigen.

Die Waschungen leiteten durch die Poren das Krankhafte am ganzen Körper aus. Die Überschläge leiteten die Hitze ab, und so wurde der kranke Stoff sobald wie möglich beseitigt. Noch rascher wird die Heilung vor sich gehen, wenn der Kranke, statt einer Auflage auf den Leib, jeden Tag zweimal auf ein dick zusammengelegtes Tuch, ins kälteste Wasser getaucht, liegt, aber nie länger als höchstens eine Stunde lang.

Wo es durchführbar ist, sind kurze, nur ½–1 Minute währende kalte Bäder bei Typhus zu gebrauchen.

2.

Ein 29jähriger Mann erzählt: „Ich hatte den Typhus. Man hielt mich für verloren. Als ich mich geheilt glaubte, bekam ich schweres Nierenleiden, wie die Ärzte sagten. In der Nierengegend habe ich Schmerzen, auch Blasenleiden; der Arzt nennt es chronischen Blasenkatarrh. Ich bin deßhalb nie ohne Schmerzen; manchmal ist es nicht zum Aushalten. So leide ich seit zwei Jahren ohne Hilfe. Appetit ganz schlecht; Schlaf wäre da, wenn die Schmerzen mich nicht wecken würden.“

Hier heißt es: 1) Suche die von einer schweren Krankheit zurückgebliebenen Reste aufzulösen und auszuleiten. 2) Stärke die geschwächten Theile des Körpers und bringe den ganzen Körper zu größerer Kraft und Thätigkeit.