Jetzt aber sprang Sankt Petrus auf, und da sah unser Herr, daß er nicht nur betrübt war, sondern auch zornig.

„Ich will Urlaub aus deinen Diensten haben,“ sagte Sankt Petrus. „Ich kann nicht einen Tag länger im Paradiese bleiben.“

Aber unser Herr suchte ihn zu beschwichtigen, was er früher oft hatte tun müssen, wenn Sankt Petrus aufgebraust war.

„Ich will dich wahrlich nicht hindern, zu gehen,“ sagte er, „aber erst mußt du mir sagen, was dir hier nicht gefällt.“

„Ich kann dir sagen, daß ich mir bessern Lohn versprach, als wir beide drunten auf Erden jede Art Elend erduldeten,“ sagte Sankt Petrus. Unser Herr sah, daß Sankt Petrus Seele von Bitterkeit erfüllt war, und er fühlte keinen Groll gegen ihn.

„Ich sage dir, daß du frei bist, zu ziehen, wohin du willst,“ sagte er, „wenn du mich nur wissen läßt, was dich betrübt.“

Da endlich erzählte Sankt Petrus, warum er unglücklich war. „Ich hatte eine alte Mutter,“ sagte er, „und sie ist vor ein paar Tagen gestorben.“

„Jetzt weiß ich, was dich quält,“ sagte unser Herr. „Du leidest, weil deine Mutter nicht hierher ins Paradies gekommen ist.“

„So ist es,“ sagte Sankt Petrus, und zugleich überwältigte ihn der Schmerz so sehr, daß er zu jammern und zu schluchzen anfing.