„Sie wurde an Christi Grab entzündet.“
„Dann kann sie wohl nicht anders heißen als Milde und Menschenliebe,“ sagte sie.
Raniero mußte über die Antwort lachen. Er däuchte sich ein seltsamer Apostel für solche Tugenden.
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Raniero ritt zwischen blauen Hügeln von schöner Gestalt. Er sah, daß er sich in der Nähe von Florenz befand.
Er dachte daran, daß er nun bald von der Lichtflamme befreit sein würde. Er erinnerte sich an sein Zelt in Jerusalem, das er voll Kriegsbeute zurückgelassen hatte, und an die tapferen Krieger, die er noch in Palästina hatte und die sich freuen wurden, wenn er das Kriegerhandwerk wieder aufnähme und sie zu Siegen und Eroberungen führte.
Da merkte Raniero, daß er keineswegs Freude empfand, wenn er daran dachte, sondern, daß seine Gedanken lieber eine andre Richtung nahmen.
Raniero sah zum ersten Male ein, daß er nicht mehr derselbe Mann war, als der er Jerusalem verlassen hatte. Dieser Ritt mit der Lichtflamme hatte ihn gezwungen, sich an allen zu freuen, die friedfertig und klug und barmherzig waren, und die Wilden und Streitsüchtigen zu verabscheuen.
Er wurde jedesmal froh, wenn er an Menschen dachte, die friedlich in ihrem Heim arbeiteten, und es ging ihm durch den Sinn, daß er gern in seine alte Werkstatt in Florenz einziehen und schöne, kunstreiche Arbeit verfertigen wolle.