„Kennst du diesen Mann nicht?“ sagte er und wies hinunter.
Als sie in den Hof hinuntersah, fand sie, daß er von Reitern und Pferden erfüllt war. Sklaven waren damit beschäftigt, Eseln und Kamelen ihre Bürden abzuladen. Es sah aus, als wäre ein vornehmer Reisender angekommen.
An der Eingangstür stand der Fremde. Es war ein hochgewachsener alter Mann mit breiten Schultern und trüber, düstrer Miene.
Die Träumerin erkannte den Fremdling sogleich, und sie flüsterte ihrem Manne zu: „Das ist Cäsar Tiberius, der nach Jerusalem gekommen ist. Es kann kein andrer sein.“
„Auch ich glaube ihn zu erkennen,“ sagte ihr Mann und legte gleichzeitig den Finger auf den Mund, zum Zeichen, daß sie stillschweigen und darauf horchen solle, was unten auf dem Hofe gesprochen würde.
Sie sahen, daß der Türhüter herauskam und den Fremden fragte: „Wer ist es, den du suchst?“
Und der Reisende antwortete: „Ich suche den großen Propheten aus Nazareth, der mit Gottes wundertätiger Kraft begabt ist. Kaiser Tiberius ruft ihn, auf daß er ihn von einer entsetzlichen Krankheit befreie, die kein anderer Arzt zu heilen vermag.“
Als er ausgesprochen hatte, neigte sich der Sklave sehr demütig, und sagte: „Herr, zürne nicht, aber dein Wunsch kann nicht erfüllt werden.“
Da wendete sich der Kaiser an seine Sklaven, die unten im Hofe warteten, und gab ihnen einen Befehl.