»Ihr wolltet heute morgen eine böse Tat tun.«

»Ja.«

»Und Gott hat uns gestraft?«

»Gott hat uns gestraft.«

Endlich erfuhr sie, wie es zugegangen war. Sie hatten die Bärenhöhle gesucht, und als sie so nahe waren, daß sie den Reisighaufen sehen konnten, waren sie stehen geblieben, um die Gewehre in Ordnung zu bringen. Aber ehe sie noch fertig waren, kam der Bär aus der Höhle gestürzt, gerade auf sie zu. Er sah weder nach rechts, noch nach links, er kam gerade auf den alten Ingmar Ingmarson zu und versetzte ihm einen Schlag auf den Kopf, der ihn zu Boden streckte, als wäre er vom Blitz getroffen. Aber niemand sonst fiel der Bär an, sondern stürzte an ihnen vorbei in den Wald hinein.

* *
*

Am Nachmittag fuhren Ingmar Ingmarsons Frau und Sohn in den Pfarrhof und meldeten den Todesfall an. Der Sohn führte das Wort. Die alte Hausmutter saß dabei und hörte zu, mit einem Gesicht, das regungslos war wie ein Steinbild.

Der Pfarrer saß in seinem Lehnstuhl am Schreibtisch. Er hatte seine Bücher hervorgenommen und den Todesfall aufgezeichnet. Er tat das ein wenig langsam: er wollte Zeit haben, darüber nachzudenken, was er der Witwe und dem Sohne sagen solle; denn dies war doch ein ungewöhnlicher Fall. Der Sohn hatte ganz offen erzählt, wie alles sich zugetragen hatte; doch der Pfarrer wollte gern wissen, wie sie selbst die Sache auffaßten. Es waren sehr eigentümliche Menschen, die Leute vom Ingmarhofe.

Als nun der Pfarrer das Buch zuschlug, sagte der Sohn: »Wir wollten Euch auch sagen, Herr Pfarrer, daß wir keine Personalien über Vater verlesen haben wollen.«

Der Pfarrer schob die Augengläser auf die Stirn und sah scharf forschend zu der alten Frau hinüber. Sie saß ebenso regungslos da wie zuvor. Sie zerknüllte nur das Taschentuch, das sie zwischen den Händen hielt.