Jetzt konnte er nicht mehr antworten; er schüttelte nur den Kopf.
Die Alte stand auf und tat, was sie nicht getan hatte, seit der Sohn ein Kind gewesen war. Sie ging auf ihn zu, legte liebkosend die Hand auf seinen Arm, streichelte ihm die Wange und zog ihn auf die Bank. Dann setzte sie sich neben ihn und hielt seine Hand in der ihren. »Sag mir jetzt, was geschehen ist, mein Junge.«
Der Bursche erkannte die Liebkosung wieder, die ihn in den Jahren der Kindheit getröstet hatte, wenn er unglücklich und hilflos war; und das rührte ihn so tief, daß er zu weinen anfing. »Ich kann mir denken, daß es etwas mit Vater ist,« sagte sie.
»Ja, aber es ist noch schlimmer,« schluchzte der Sohn.
»Noch schlimmer?«
Der Bursche weinte immer heftiger; er wußte nicht, wie er Macht über seine Stimme bekommen sollte. Endlich hob er die grobe Hand mit den breiten Fingern und wies auf die Stelle, die sie eben gelesen hatte: »Friede auf Erden.«
»Hat es etwas damit zu tun?« fragte sie.
»Ja,« antwortete er.
»Mit dem Weihnachtsfrieden?«
»Ja.«