— »Der auf meiner Geige spielt, der versteht die Kunst. Aber ich bin all mein Lebtag ein elender Stümper gewesen. Jetzt erst lerne ich, wie Musik klingen soll.«

Für ein paar Augenblicke kann ihn die Musik so hinreißen, daß er sein unglückseliges Schicksal vergißt. Aber dann fühlt er seine Arme vor Müdigkeit schmerzen, und er wird aufs neue von Verzweiflung erfaßt.

— »Diese Geige darf ich nicht von mir legen, bis ich mich zu Tode gespielt habe. Ich merke, daß der Neck sich nicht früher zufrieden gibt.«

Er fängt an, über sich selbst zu weinen, während er immer weiter spielt.

— »Es wäre besser für mich gewesen, wenn ich daheim in dem kleinen Hüttchen bei Mutter geblieben wäre. Was ist aller Ruhm wert, wenn dies das Ende sein soll!«

Da sitzt er nun Stunde um Stunde. Es wird Morgen, die Sonne geht auf, und die Vögel singen rings um ihn her. Aber er spielt, er spielt ohne Unterlaß.

Da es ein Sonntag ist, der anbricht, bleibt er ganz allein an der alten Mühle sitzen. Kein Mensch wandert in den Wald. Sie gehen alle zur Kirche unten im Tal, und in die Dörfer, die die große Landstraße einsäumen.

Es wird Vormittag, die Sonne steigt immer höher. Die Vögel verstummen, aber es beginnt in den langen Nadeln der Tannen zu rauschen.

Er läßt sich von der Hitze des Sommertages nicht aufhalten. Er spielt, er spielt. Es wird endlich Abend, die Sonne sinkt zur Ruh, aber sein Bogen braucht keine Ruhe, und sein Arm fährt fort sich zu regen.

— »Es ist ganz gewiß, daß dies mein Tod ist,« sagt er. »Und es ist eine gerechte Strafe für meinen Übermut.«