In tiefer Nacht kommt der erste Mensch, den er den ganzen Tag lang gesehen hat, durch den Wald gewandert. Es ist ein altes armes Mütterchen mit gebeugtem Rücken und grauem Haar und einem Gesichte, das von vielen Sorgen vergrämt ist.
— »Das ist seltsam,« denkt der Spielmann. »Es ist mir, als wenn ich das alte Weiblein kennen müßte. Kann es möglich sein, daß das Mutter ist? Kann es möglich sein, daß Mutter so alt und grau geworden ist?«
Er ruft sie laut und bittet sie.
— »Mutter, Mutter, komm her zu mir!« sagt er. Sie bleibt wie unwillig stehen.
— »Ich höre, daß du der beste Spielmann in Värmland bist,« sagt sie. »Was hast du mit einem armen alten Weibe wie mir zu schaffen?«
— »Mutter, Mutter, geh nicht an mir vorbei,« ruft der Spielmann, »komm her und sieh mich an!«
Da kommt sie näher und sieht, wie er da sitzt und spielt. Das Gesicht ist bleich wie bei einem Toten, das Haar trieft von Schweiß, und das Blut perlt unter seinen Nagelwurzeln hervor.
— »Mutter,« sagt der Spielmann, »nun habe ich mich bald zu Tode gespielt, aber sage mir vorher noch, ob du mir verzeihen kannst, daß ich dich in deinem Alter einsam und arm hausen ließ?«
— »Ja, gewiß, in Gottes, des Erlösers, Namen verzeih ich dir,« sagt die Mutter.
Aber wie sie dies sagt, bleibt der Bogen stehen, die Fiedel fällt aus den erstarrten Fingern zu Boden, und der Spielmann steht erlöst und gerettet auf. Denn der Zauber ist gebrochen, weil seine alte Mutter zu ihm gekommen ist und Gottes Namen über ihn ausgesprochen hat.